Für mehr Demokratie

Referent*innen der IG Metall stehen auf: Gegen Rassismus und Stammtischparolen

  • 10.02.2020
  • News, Bildergalerie, Gesellschaft

»Dem Rechtsruck entgegentreten!« ist das Motto des diesjährigen Referent*innen Kongresses der IG Metall in der HVHS Springe. In vielen Ländern aber gewinnen rechte Parteien an Stärke. Auch in Deutschland versuchen populistische Strömungen die Grenze dessen, was gesellschaftlich akzeptiert ist, in ihre Richtung zu verschieben.

„Wir werden diesen Entwicklungen etwas entgegensetzen und unsere Mitglieder weiterhin mit Seminaren begleiten, um rechten Parteien und Organisationen etwas zu entgegnen, erklärten Nina Hulm, Politische Sekretärin und Michael Giffhorn, Leiter der HVHS Hustedt und neuer Bildungsreferent der Bezirksleitung in ihrer Begrüßung: „Wir Metallerinnen und Metaller müssen Haltung bewahren und Position beziehen. Auf der einen Seite müssen wir klare Kante zeigen und auf der anderen Seite in den Dialog eintreten. Das fordert Mut und Zivilcourage am Arbeitsplatz und im Seminar.“ 

 

Der Referent*innen Kongress ist das jährliche Angebot für frische Ideen, netzwerken und praxisorientierte Seminartipps an IG Metall-Mitglieder, die selber Seminare leiten. 80 Referent*innen sind gekommen und informierten sich darüber, wie mit diskriminierenden Aussagen in Seminaren umzugehen ist.

 

Im Kern ging es um den Umgang mit Stammtischparolen. Mit Stammtischparolen sind unerwartete platte und zugleich drastische, rechtspopulistische Behauptungen und Attitüden gemeint, die in der Wir-Form polarisieren. Dabei ist klar: Der Stammtisch ist überall: An der Kasse des Bio-Supermarktes, auf dem Spielplatz, in der Bahn oder in der Uni-Lerngruppe. „Wenn Menschen nicht als gleichwertig bezeichnet werden, ist die Stimme zu erheben! Dafür wollen wir Mut machen. Und zum Glück kann man das Führen solcher Diskussionen auch erlernen“, erklärte Chaja Boebel vom IG Metall-Bildungszentrum Berlin.

 

Christian Schneider und Herbert Schmidt von der bundesweiten Kampagne „Aufstehen gegen Rassismus“ machten deutlich: „Wir alle kennen das: In der Diskussion mit Arbeitskollegen, dem Gespräch mit der Tante oder beim Grillen im Sportverein fallen Sprüche, die uns die Sprache verschlagen. Später ärgern wir uns und denken, da hätten wir gerne den Mund aufgemacht, widersprochen und die rechten Parolen nicht einfach so stehen gelassen. Hier wollen wir ansetzen und Menschen in die Lage versetzen, die Schrecksekunde zu überwinden, Position zu beziehen und deutlich zu machen: Das nehmen wir nicht länger hin!“

 

Der Kongress bot unterschiedliche Foren zur inhaltlichen Weiterbildung und zum Austausch sowie methodische und didaktische Anregungen. Darüber hinaus hat es viel Gelegenheit für das knüpften neuer Kontakte und den kollegialen Austausch gegeben, um motiviert in das neue Bildungsjahr zu starten, so die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.