75 Jahre Niedersachsen

„Niedersachsen kann viel, kann aber noch viel mehr!“ – 75 Jahre niedersächsische Geschichte

  • 01.11.2021
  • News, Gesellschaft, Presseinfos

Die Gründung des Landes Niedersachsen vor 75 Jahren, ist zweifelsohne eine Erfolgsgeschichte. Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall im Bundesland, gratuliert anlässlich des Jubiläums: „Vor 75 Jahren ist mit der Vereinigung des Landes Hannover mit den Freistaaten Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe, der Grundstein für den heutigen Erfolg Niedersachsens gelegt worden. Die rund 8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner Niedersachsens, können stolz auf die Landeshistorie zurückblicken, die sie mitgeprägt haben.“

Thorsten Gröger, IG Metall Bezirksleiter Niedersachsen und Sachsen-Anhalt (Foto: Agentur lieb.ich)

Gröger fügt an: „Vom Harz bis an die Küste, vom tiefen Emsland bis hinter das Volkswagen-Stammwerk. „Neddersassen“ ist nicht nur landschaftlich, sondern auch traditionell, kulturell sowie wirtschaftlich, durch eine große Vielfalt geprägt. Zweifelsohne hat jede Zukunft eine Herkunft - die Niedersächsinnen und Niedersachsen können mit Selbstbewusstsein auf ihre Historie blicken. Jubiläen wie das jetzige sind jedoch auch stets Anlass nach vorne zu blicken. Die Herausforderungen, denen sich das Land Niedersachsen, die Politik und jeder individuell konfrontiert sehen, sind gewaltig. Die Anforderungen, die Klimaschutz, Digitalisierung und der demografische Wandel stellen, werden unser Land verändern und auf neue Weise prägen.“

 

Um auch künftigen Generationen in Niedersachsen ein gutes Leben zu ermöglichen, sei es von zentraler Bedeutung, dass der Strukturwandel und die Transformation in der Arbeitswelt fair, sozial und demokratisch gelinge: „Hunderttausende Arbeitsplätze hängen alleine in unserem Bundesland an der Industrie – daran angekoppelt haben ganze Städte ihre Infrastruktur und Familien ihre Existenzen aufgebaut.“ Es müsse oberste Priorität haben, dass „jene guten Jobs, die ein gutes Leben ermöglichen, auch eine Zukunft haben.“, meint Gröger. Ob in der Stahl- oder Automobilindustrie, im Handwerk oder Maschinenbau: Anker von Wohlstand und Prosperität bleiben die Arbeitsplätze, deren Erhalt auch im Wandel sichergestellt werden muss.

 

Im besonderen Maße sei Niedersachsen mit den politischen Entscheidungen der zukünftigen Agenda betroffen: Ob an den Volkswagenstandorten in Wolfsburg, Hannover, Brauschweig, Osnabrück und Emden oder aber in der davon abhängigen Zuliefererindustrie – die Notwendigkeit einer CO2-freien Mobilität treibt die Beschäftigten um. „Unsere Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben können sie entwerfen und bauen, die innovativen, nachhaltigen und klimafreundlichen Produkte und Dienstleistungen der Zukunft. Wenn man uns lässt! Wir wollen mitentscheiden, wohin die Reise geht. Nicht mitgenommen werden, sondern mitbestimmen!“, so der Gewerkschafter weiter.

 

Zugleich birgt auch die Digitalisierung und die Automatisierung von Produktionsprozessen große Chancen, aber auch erhebliche Risiken: „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass der Mensch in der Debatte im Mittelpunkt bleibt – mit seinen Fähigkeiten und seinem Arbeitsplatz. Digitalisierung muss und kann dazu beitragen, dass mehr Selbstbestimmung in der Arbeitswelt und individuelle Gestaltungsspielräume in der täglichen Arbeitsgestaltung möglich werden. Künstliche Intelligenz soll die Menschen entlasten, aber nicht ersetzen. KI und Robotic können einen Beitrag dazu leisten, dass Arbeit selbstbestimmter, ergonomisch gesünder, weniger belastend wird – dieselben Geräte aber können auch zu Arbeitsverdichtung, zu größerem Stress führen. Wir brauchen daher klare Spielregeln – menschengemachte Spielregeln für die Digitalisierung!“, erklärt der Bezirksleiter.

 

Um auf diesem Feld aber eine Vorreiterrolle einzunehmen, brauche es in Niedersachsen noch ein paar „Basics“, wie Gröger schildert: „Funklöcher und schleppende Internetverbindungen müssen endlich der Vergangenheit angehören. Jede Haustür sollte im Jahr 2021 eigentlich über eine Highspeed-Leitung verfügen.“ Ferner müsse – gerade im Kontext der Generationengerechtigkeit – nicht nur das Thema der Digitalisierung entschlossener angegangen werden. Auch müsse Politik in Niedersachsen dafür Sorge tragen, dass andere Investitionsstaus, ob im Bildungssektor oder der öffentlichen Infrastruktur behoben werden. „Niedersachsen kann viel, aber kann noch viel mehr!“, so das Urteil der Gewerkschaft zum 75. Jubiläum.

 

(Presseinformation Nr. 99/2021)