AutoVision – Der Personaldienstleister GmbH & Co. OHG

IG Metall: Zweite Verhandlungsrunde beim Personaldienstleister AutoVision führt zu keinem Ergebnis

  • 26.04.2021
  • News, Volkswagen

Hannover/ Wolfsburg – Auch die zweite Tarifverhandlung zwischen IG Metall und Arbeitgeberseite endete in Wolfsburg in dieser Woche ergebnislos. Nach wie vor unterstreicht der Personaldienstleister mit seinem Verhalten am Verhandlungstisch seinen Unwillen, in der laufenden Tarifrunde zu einer Einigung zu kommen. „Für die rund 3.200 Leiharbeitsbeschäftigten ist dies ein Schlag ins Gesicht. Die Arbeitgeberseite verweigert sich substanziellen Lösungen und zementiert ihre Blockadehaltung!“, erklärt der Verhandlungsführer der IG Metall, Thilo Reusch.

Man werde, untermauert Reusch eindrücklich, nicht zulassen, dass die Beschäftigten der volkswageneigenen Zeitarbeitsfirma von den Bedingungen in den Flächentarifverträgen der Zeitarbeitsbranche abgehängt werden. Zwar habe die Arbeitgeberseite erstmalig ein sogenanntes ‚Angebot‘ präsentiert, das „jedoch seinen Namen in keiner Weise verdient!“, erklärt der Gewerkschafter. Das Arbeitgeberangebot stellt zunächst eine Nullrunde für 22 Monate ab 1. August 2020 dar. Ab 1. Juni 2022 soll es dann eine Erhöhung von 2,3 Prozent geben und das bei einer Laufzeit von insgesamt 31 Monaten bis zum 28. Februar 2023. Die Forderung der IG Metall nach Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie einem Mitgliederbonus wurde als zu teuer abgelehnt. Am Verhandlungstisch hat die IG Metall dieses Angebot empört zurückgewiesen.

 

In der Branche hätten andere Arbeitgeber es bereits vorgemacht und sich auf eine tabellenwirksame Tariferhöhung in 2020 sowie für die Folgejahre 2021 und 2022 auf insgesamt 9 Prozent verständigt. „Die Löhne im Entgelttarifvertrag der AutoVision werden deutlich hinter die Tabellenentgelte in den Flächentarifverträgen der Zeitarbeitsbranche zurückfallen und das in einem prosperierenden Umfeld wie dem der Automobilindustrie. Das dürfen wir nicht zulassen!“, unterstreicht Reusch in dieser Woche. Es gebe keinen nachvollziehbaren Grund, warum die AutoVision ihren Beschäftigten die in der Zeitarbeitsbranche gültigen tariflichen Mindestbedingungen vorenthalte: Während die Beschäftigten bei Volkswagen im Juni eine Corona-Beihilfe von 1.000 Euro erhalten, sollen die Leiharbeitsbeschäftigten bei der AutoVision, die die gleiche Arbeit machen, in die Röhre schauen. Urlaubs- und Weihnachtsgeld – in den Tarifverträgen der Zeitarbeitsbranche mittlerweile eine Selbstverständlichkeit – schließt die AutoVision als ergebnisverschlechterndes Element aus.

 

„Ein solches Arbeitgeberverhalten im Umfeld eines Weltkonzerns wollen wir nicht tolerieren. Hier fehlt es offensichtlich an der Wertschätzung der guten Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen seitens des Arbeitgebers. Die AutoVision darf nicht zum Schlusslicht der deutschen Zeitarbeitsbranche werden und sollte jetzt schleunigst über ein deutlich verbessertes Angebot nachdenken“, so Reusch abschließend.