Schacht Konrad

Bezirkskonferenz spricht sich für Aufgabe von Schacht Konrad aus

  • 19.06.2021
  • News, Gesellschaft, Presseinfos

Im Rahmen der Bezirkskonferenz des IG Metall Bezirks Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, haben am gestrigen Tag die rund 40 Delegierten eine Resolution zum Schacht Konrad beschlossen. „Nach dem Aus des Standorts Gorleben für radioaktive Abfälle, haben sich unsere Delegierten einstimmig dafür ausgesprochen, dass das alte Eisenerzbergwerk Schacht Konrad in Salzgitter nicht zu einem Atommüllendlager ausgebaut werden darf!“, erklärt Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Bereits in den 70er-Jahren habe es kein Standortauswahlverfahren gegeben, „und auf der Basis heutiger Vorgaben würde mit großer Sicherheit keine Genehmigung erfolgen. Schacht Konrad ist brandgefährlich: Ein Atommülllager auf Basis völlig veralteter Daten und Anforderungen, mitten im industriellen Herzen Niedersachsens, in einem so dicht besiedelten Raum wie in Südostniedersachsen in Betrieb zu nehmen, ist unverantwortlich!“, so Gröger weiter: „Wir erwarten, dass die Niedersächsische Landesregierung sich für ein Ende von Schacht Konrad mit entschiedener Konsequenz einsetzt!“

 

„Die Genehmigung für Schacht Konrad ist aufzuheben. Es ist nicht vermittelbar, denn auch die Menschen in unserer Region haben ein Recht darauf, dass für die Eignung des Standortes als Atommüllendlager, die gleichen Sicherheitsbestimmungen angewandt werden, wie sie für jeden anderen Standort Anwendung fänden“, erläutert Matthias Wilhelm, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Salzgitter-Peine. Der Gewerkschafter ergänzt: „Allein die Summe aller Änderungsanträge, die nach der Genehmigung des Planfeststellungsverfahrens von den zuständigen Betreibern eingereicht worden sind, zeugen von der Unhaltbarkeit des Standortes. Eine gänzlich neue Überprüfung der Eignung ist längst überfällig!“

Im Wortlaut der Resolution, die die Bezirkskonferenz beschlossen hat, heißt es: „Wir, die IG Metall Bezirkskonferenz, unterstützen das Bündnis gegen Konrad und fordern den Niedersächsischen Umweltminister auf, die Genehmigung für Schacht Konrad aufzuheben und fordern für alle Arten radioaktiver Abfälle ein vergleichendes und transparentes Standortauswahlverfahren durchzuführen. Insbesondere unterstützen wir die, von dem breiten Bündnis aus Stadt, Umweltverbänden, verschiedenen anderen Initiativen, dem Landvolk und der örtlichen IG Metall getragene Unterschriftenkampagne. Mit dieser Unterschriftenkampagne wollen wir den Antrag von den Umweltverbänden BUND und NABU an das Niedersächsische Umweltministerium zur Aufhebung der Genehmigung von Schacht Konrad unterstützen.

 

Die IG Metall ruft alle ihre Gliederungen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt auf, die Unterschriftenkampagne in ihrem Organisationsbereich, in den Betrieben, in den Gremien und bei den Mitgliedern in der IG Metall bekanntzumachen und möglichst viele Unterschriften zur Unterstützung des Anliegens zu sammeln und an die IG Metall Salzgitter-Peine bis zum 31. August 2021 zurückzusenden oder die Unterschriftenkampagne online zu unterstützen. Schacht Konrad ist alt, marode und ungeeignet. Deshalb ruft die IG Metall dazu auf: Nach Gorleben muss auch Schacht Konrad aufgegeben werden!“

 

(Presseinformation Nr. 67/2021)

 

Hier die vollständige Resolution, die am gestrigen Tag verabschiedet worden ist: