Bundesweiter Tarifabschluss in der Feinstblechpackungsindustrie

8,5 Prozent mehr Geld in zwei Stufen und 3.000 Euro steuerfreie Inflationsausgleichsprämie

  • 29.11.2022
  • News, Presseinfos

Bereits in der zweiten Verhandlung der Feinstblechpackungsindustrie konnte die IG Metall mit der Tarifgemeinschaft Feinstblechpackungsindustrie Nord e.V. einen Tarifabschluss erzielen. Von der Verständigung profitieren die rund 5.000 bundesweit Beschäftigten der deutschen Feinstblechpackungsindustrie. Ein Schwerpunkt der zu gut 70 Prozent in Niedersachsen ansässigen Industrie ist, systemrelevante Nahrungsmittelverpackungen sowie Getränkedosen und chemisch-technische Verpackungen herzustellen, beispielsweise für Haarspray oder Farben. Weitere große Produktionsstandorte liegen in Koblenz, Cuxhaven, Haßloch und Hermsdorf bei Magdeburg.

Mirko Richter

Das Verhandlungsergebnis sieht dabei eine tabellenwirksame Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen von 5,2 Prozent zum 1. August 2023 sowie eine weitere Erhöhung um 3,3 Prozent zum 1. Juni 2024 vor. Ferner erhalten die Beschäftigten eine steuerfreie Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3.000 Euro, die in zwei Schritten ausgezahlt wird: 1.500 Euro im Januar 2023, sowie weitere 1.500 Euro im Januar 2024. Auszubildende erhalten 1.500 Euro, 750 Euro im Januar 2023 und weitere 750 Euro im Januar 2024. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten.


IG Metall-Verhandlungsführer Mirko Richter erklärt zum Abschluss: „Das ist ein kraftvolles Ergebnis, das sich spürbar in den Portemonnaies der Beschäftigen widerspiegeln wird. Wenn überall das Leben teuer wird, müssen auch die Entgelte steigen. Um kurzfristige Entlastung zu schaffen, ist das Ausnutzen der steuerfreien Inflationsausgleichsprämie ein gutes Instrument. Die tabellenwirksamen Entgelterhöhungen wirken gegen die dauerhaften Teuerungen. Gemeinsam mit den staatlichen Entlastungsmaßnahmen ergibt sich nun eine Kombination, mit der den Preissteigerungen robust begegnet werden kann. Das ist ein deutliches Signal an die Beschäftigten, die in den letzten Jahren flexibel zwischen Mehr- und Kurzarbeit gewechselt sind und sich richtig für ihre Betriebe ins Zeug gelegt haben.“

 

Der Metaller hebt hervor: „Insbesondere, wenn wir einen Blick auf die Aufstellung der Arbeitgeberseite werfen, sehen wir, dass diese ganz schön Lockerungsübungen machen mussten. Aber die möglichen Eskalationsszenarien der Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben haben sie letztlich dazu bewegt, von ihrer reflexhaften Verweigerungshaltung und damit verbunden ihrer Nullrunden-Mentalität Abstand zu nehmen.“ Die Einigung steht unter dem Vorbehalt der Tarifkommission, die am 6. Dezember tagt.

 

(Pressemitteilung 103/2022)