Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt

Zweite Tarifverhandlung der Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt ohne Ergebnis – Warnstreiks ab 1. Januar möglich

  • 08.12.2017
  • News, Presseinfos, Metall & Elektro, Tarif, Bildergalerie

Hannover/Barleben – Der heutige zweite Verhandlungstermin im Hotel Sachsen-Anhalt in Barleben wurde begleitet von einer lautstarken Kundgebung mit zahlreichen Teilnehmern. Vor dem Verhandlungshotel verliehen die Metallerinnen und Metaller ihren berechtigten Forderungen nach sechs Prozent mehr Entgelt und kurzer Vollzeit Ausdruck, die von den Arbeitgebern nach wie vor vehement abgelehnt werden.

Aktion vor dem Verhandlungshotel (Fotograf: Freimut Hengst)

Stattdessen unterbreiteten die Arbeitgeber ein Angebot nur unter der Bedingung, dass die IG Metall umfangreichen Ausweitungsmöglichkeiten der Arbeitszeiten zugunsten der Unternehmen zustimmt. In diesem Fall stellten sie eine Einmalzahlung von 200 Euro und eine Entgelterhöhung um 2 Prozent ab 1. April 2018 mit einer Gesamtlaufzeit von 15 Monaten in Aussicht.

 

Thorsten Gröger, Verhandlungsführer für die Metall- und Elektroindustrie Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, kritisiert das Verhalten der Arbeitgeber und kündigt Warnstreiks an: „Das sogenannte Angebot der Arbeitgeber ist eine Mogelpackung. Unser Forderungspaket wurde zurückgewiesen. Mehr Geld soll es nur geben, wenn wir die Bedingungen der Arbeitgeber erfüllen. Das ist unverschämt. Zudem ist das Niveau angesichts der glänzenden wirtschaftlichen Situation inakzeptabel mickrig. Die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie sind Flexibilitätsweltmeister. Familie und Gesundheit bleiben dabei häufig auf der Strecke. Die Arbeitgeber verweigern sich ihrer Verantwortung und verweisen auf den Sozialstaat. Wer die Bedürfnisse der Beschäftigten nicht zur Kenntnis nimmt und auf unsere Argumente nicht hören will, der wird die Antwort aus den Betrieben zu spüren bekommen. Ab Januar 2018 werden wir zu Warnstreiks aufrufen.“

 

Die Arbeitgeber sperren sich ebenfalls gegen eine Gesprächsverpflichtung über die Angleichung der Arbeitsbedingungen an die westdeutschen Tarifgebiete. „Sich im 28. Jahr der deutschen Einheit zu weigern, über so eine wichtige Gerechtigkeitsfrage wie der Angleichung der Arbeitsbedingungen überhaupt nur zu reden, ist schon ein starkes Stück“, so Thorsten Gröger weiter.

 

Im Tarifgebiet Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim finden die Verhandlungen am 11. Dezember 2017 in Osnabrück statt. Die Friedenspflicht läuft zum 31. Dezember 2017 aus, ab 1. Januar 2018 sind Warnstreiks möglich. In Sachsen-Anhalt werden die Verhandlungen am 19. Januar 2018 fortgesetzt.

 

(Presseinformation Nr. 54)

 

Weitere Informationen siehe Flugblatt:

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