Rolls-Royce Solutions Magdeburg GmbH biegt in Richtung 35-Stunden-Woche ab

  • 21.07.2022
  • News, Presseinfos

In Magdeburg stehen die Zeichen auf Zukunft: Bei der Rolls-Royce Solutions Magdeburg GmbH konnte mit Hilfe der IG Metall ein großer Erfolg erzielt werden. Schrittweise wird bis 2027 die 35-Stunden-Woche im Betrieb eingeführt, sodass der bislang herrschende Missstand, dass Beschäftigte im dortigen Unternehmen längere Arbeitszeiten hatten als Arbeitnehmer*innen der Metall- und Elektroindustrie im Westen, sukzessive abgebaut wird.

Alina Roß

Hiervon profitieren zukünftig die mehr als 200 Beschäftigten am Magdeburger Standort. Bereits zum Beginn des kommenden Jahres, also dem 1. Januar 2023, erfolgt eine Reduzierung der Arbeitszeit von 38 auf 37 Stunden pro Woche – hierfür bringen die Beschäftigten die in der letzten Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie zum Zwecke der Transformation geschaffene tarifliche Sonderzahlung des Transformationsgeldes in Höhe von 27,6 Prozent des Februar Entgelts zur Kompensation temporär mit ein. Zum 1. Januar 2025 erfolgt die Reduzierung auf 36 und zwei Jahre später auf 35 Stunden. Alina Roß, IG Metall-Tarifsekretärin, zeigt sich erfreut: „Noch immer arbeiten in vielen Betrieben in Ostdeutschland die Kolleginnen und Kollegen deutlich länger als in Westdeutschland – das kann und darf nicht sein! Gleiche Arbeitszeiten und gleiche Entgelte müssen das Ziel sein, dafür engagieren wir uns als IG Metall! Gerade mit Blick auf die Herausforderungen der Transformation sowie den strukturellen Fachkräftebedarf in Sachsen-Anhalt, ist die Absenkung der Wochenarbeitszeit ein entscheidender Attraktivitätsfaktor.“

 

„Wir sind froh und stolz, dass wir diesen jahrelangen Missstand korrigieren konnten. Auch der Firma wird es bei der Suche nach dringend benötigten Fachkräften helfen. Für alle Seiten also ein gutes Ergebnis!“, heißt es vom Betriebsrat am Standort. Dieser hat es geschafft nach mehreren Verhandlungsrunden den ersten Abschluss einer Betriebsvereinbarung betreffend der Arbeitszeitreduzierung mit dem Ziel einer 35-Stunden-Woche abzuschließen.

 

Roß verweist darauf, dass bei der Rolls-Royce Solutions Magdeburg GmbH im Zentrum die Aufarbeitung gebrauchter Motoren stehe und gerade hier hochqualifiziertes Personal notwendig ist: „Ein Festhalten an bewährten Arbeitszeitmodellen riskiert Zukunft. Der Wunsch der Beschäftigten nach mehr selbstbestimmter Zeit und damit verbunden einer Verringerung der Arbeitszeit ist hoch. Wer den Motoren ein zweites oder drittes Leben im Prozess des Remanufacturing einhaucht, sollte selbst genug freie Zeit haben, um durchzuatmen und zu leben. Dass dieser Prozess nicht von jetzt auf gleich geht, ist verantwortungsvoll und gibt auch den Betrieben genügend Spielräume ihre Personalplanung und Arbeitsprozesse anzupassen. Klar ist: IG Metall und Betriebsräte wollen und werden die Regelung flächendeckend in den Betrieben umsetzen. Die 35-Stunden-Woche wird in Sachsen-Anhalt in mehr und mehr Betrieben kommen!“

 

(Presseinformation Nr. 061/2022)