Webinar / Termin

Referent*innenqualifikation in der Gedenkstätte Bergen-Belsen

Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus ist in unserer Bildungsarbeit ein wichtiger Bezugspunkt – auch um die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und stärker werdenden rechten Positionen und Meinungen zu thematisieren. Die Gedenkstätte Bergen-Belsen ist in diesem Zusammenhang ein zentraler historischer Ort, um sich kritisch mit den NS-Verbrechen und ihrer Wirkungsgeschichte in unserer Region auseinanderzusetzen.


Die Wehrmacht richtete 1940 in Bergen-Belsen ein Kriegsgefangenenlager ein, in dem bis Anfang 1945 20.000 vorwiegend sowjetische Kriegsgefangene starben. Ab 1943 war Bergen-Belsen in das System nationalsozialistischer Konzentrationslager eingegliedert. Ursprünglich als „Austauschlager“ gegründet, entwickelte sich Bergen-Belsen ab Ende 1944 zu einem Auffang- und Sterbelager. Am 15. April 1945 befreite die britische Armee das KZ. Insgesamt starben 52.000 Menschen im Lager und an den Folgen der KZ-Haft. In unmittelbarer Nähe des ehemaligen Lagers bestand bis 1950 ein Displaced Persons Camp für tausende Überlebende.


Im Rahmen der zweitägigen Referent*innenqualifikation lernen die Teilnehmer*innen die Geschichte des Ortes kennen und erhalten im kollegialen Austausch Impulse und Anregungen, wie sie Gruppen eigenständig die Geschichte und Bedeutung von Bergen-Belsen näherbringen können. Die pädagogische Arbeit an einem solchen sensiblen Ort stellt uns vor verschiedene Herausforderungen, nicht zuletzt, da sich Ansätze der Gedenkstättenpädagogik und der gewerkschaftlichen Bildung teilweise deutlich unterscheiden. Deshalb befassen wir uns auch mit Grundlagen der historisch-politischen Bildung in Gedenkstätten und diskutieren über Wege, diese in unsere gewerkschaftliche Bildungsarbeit zu integrieren.


Die Referent*innenqualifikation ist eine Kooperationsveranstaltung der IG Metall Bezirksleitung Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit dem Bildungszentrum HVHS Hustedt und der Gedenkstätte Bergen-Belsen.


Themen:

  • Gedenkstätten als sensible Orte – Grundlagen der Gedenkstättenpädagogik:
    Umgang mit dem Thema, der eigenen Rolle als Vermittelnde und den Bedürfnissen der Gruppe.
  • Ein Blick in die Geschichte: Das Lagersystem im Allgemeinen und das Lager Bergen-Belsen im Besonderen.
  • Lernort Bergen-Belsen: Inhalte und Methoden der Vermittlung bei Rundgängen mit Gruppen.

 

Termin: Freitag, 10. Juli 2020, 16:00 Uhr bis Samstag, 11. Juli 2020, 17:30 Uhr


Seminarnummer: Q 500 20 1122


Hinweis: Anmeldung unter der o.g. Seminarnummer über die jeweilige IG Metall Geschäftsstelle. Die Einladungsunterlagen werden den Teilnehmenden von der IG Metall Bezirksleitung zugesandt.


Die Anreise erfolgt am 10. Juli 2020 bis 16:00 Uhr in der HVHS Hustedt. Die Übernachtung ist ebenfalls in der Bildungsstätte. Das Seminar endet am 11. Juli 2020 um 17:30 Uhr in der Gedenkstätte Bergen-Belsen.


Zielgruppe: Die Praxistage richten sich an ehren- und hauptamtliche Referent*innen aus dem Jugend- und Erwachsenenbereich der IG Metall im Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Veranstalter:
IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Bildungszentrum HVHS Hustedt, Gedenkstätte Bergen-Belsen
Ort:
Gedenkstätte Bergen-Belsen
Datum:
Freitag, 10. Juli 2020
bis:
Samstag, 11. Juli 2020