Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt

Verhärtete Fronten in M+E-Tarifrunde 2021

  • 26.01.2021
  • News, Presseinfos, Metall & Elektro

Magdeburg - Auch die zweite Verhandlungsrunde für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt endete ohne Angebot der Arbeitgeber und somit ohne Ergebnis. Die Vertreter von Gewerkschaft und Arbeitgeberverband, die wegen der Infektionslage nur im kleinen Kreis zusammenkamen, vertagten die Gespräche nach zwei Stunden.

Die IG Metall will die Einkommen stärken und fordert dafür ein Volumen von vier Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber hingegen sehen für das Jahr 2021 keinen Spielraum für Entgeltsteigerungen.

 

Mit Zukunftstarifverträgen will die IG Metall einen tarifpolitischen Rahmen schaffen, um die Transformation in den Betrieben gestalten zu können – konkret auf die spezielle Situation eines Betriebes zugeschnitten. Hierfür will die Gewerkschaft maßgeschneiderte Lösungen für einzelne Betriebe mit Investitions-, Produkt- und Standortzusagen sowie Qualifizierungsmaßnahmen zur Personalentwicklung aushandeln und die Einkommen der Beschäftigten sichern.

 

Darüber hinaus will die IG Metall über die Angleichung der Arbeitszeiten in der ostdeutschen Metallindustrie sprechen - sowie über die Einbeziehung der Dual Studierenden in die Tarifverträge.


Bezirksleiter und Verhandlungsführer Thorsten Gröger: „Die Arbeitgeber sind nicht auf unsere konkreten Lösungsvorschläge eingegangen. Das ist keineswegs zielführend. Die Pandemie wird vorübergehen, größte Herausforderung der nächsten Jahre ist und bleibt jedoch der Strukturwandel und die damit verbundenen Veränderungen in der Arbeitswelt. Um diese Transformation zu meistern, müssen wir zeitnahe zu Lösungen kommen, um mit gestärktem Einkommen die Konjunktur anzukurbeln, Beschäftigung zu sichern und unsere Kolleginnen und Kollegen in den Unternehmen mit Zukunftstarifverträgen gut aufzustellen. Gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Sachsen-Anhalt ist es grotesk, die Beschäftigten so vor den Kopf zu stoßen.“

 

Damit stellt Gröger die Mitglieder der IG Metall in den Vordergrund: „Die Beschäftigten haben ein schwieriges Jahr 2020 mit Einkommenseinbußen hinter sich. Das zeigt sich auch am fehlenden privaten Konsum. Um die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen in den kommenden Monaten zu fördern, braucht es hierfür Entgeltsteigerungen. Eine Nullrunde werden wir nicht hinnehmen. Das ist den Beschäftigten, die gerade jetzt in der Krise alles für ihre Unternehmen geben, nicht zu vermitteln."

 

Der Bezirksleiter macht deutlich, dass die IG Metall auch unter Pandemie-Bedingungen handlungsfähig ist. Er verweist auf das Ende der Friedenspflicht: „Die Zeit bis März gilt es nun zu nutzen. Um zu einer Einigung zu kommen, müssen sich die Arbeitgeber jetzt bewegen und ein Angebot vorlegen. Die notwendigen Vorschläge dafür haben wir gemacht. Die Verhandlungen sollen am 17. Februar fortgesetzt werden. Kommen wir am Verhandlungstisch zu keinen tragfähigen Lösungen, dann werden wir mobilisieren.“ Momentan setze man aber nicht auf Eskalation, sondern hoffe auf die Einsicht der Arbeitgeber, so der Gewerkschafter.