Tischlerhandwerk hat nach 13 Jahren wieder Tarifverträge:<br /> • 45.000 Beschäftigte aus 6 000 Betrieben profitieren • Facharbeiterentgelt steigt auf 14,46 Euro die Stunde • Erstmals wieder Weihnachts- und Urlaubsgeld

  • 19.07.2012
  • News, Presseinfos, Holz & Kunststoff, Tischlerhandwerk

Hannover – Nach 13 Jahren gibt es wieder Tarifverträge im nordwestdeutschen Tischlerhandwerk. IG Metall und Arbeitgeber verständigten sich am 18. Juli 2012 in Hannover nach über 22-stündigen Verhandlungen auf ein neues Tarifwerk, das für die Bundesländer Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Schleswig Holstein und Nordrhein-Westfalen gilt. Die Tarifverträge gelten für rund 45 000 Beschäftigte aus 6 000 Betrieben. Sie treten ab 1. September 2012 in Kraft.

Die neuen Tarifverträge sehen eine 38,5-Stunden-Woche vor. Das Facharbeiterentgelt ab dem dritten Gesellenjahr steigt auf 14,46 Euro in der Stunde beziehungsweise 2 422 Euro im Monat. Ein langjährig beschäftigter Facharbeiter mit umfangreicher Berufserfahrung erhält 15,18 Euro die Stunde (2 545 Euro im Monat).

 

Nach den Tarifverträgen stehen den Beschäftigten erstmals wieder nach vielen Jahren bis zu 13 Monatsentgelte im Jahr zu: Das Weihnachtsgeld ist nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit gestaffelt und beträgt in der letzten Stufe 70 Prozent eines Monatsentgelts; das zusätzliche Urlaubsgeld liegt bei 30 Prozent. Auszubildende erhalten im ersten Ausbildungsjahr 490 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr 600 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 680 Euro.

 

Die Arbeitgeber hatten in den vergangenen Jahren Tarifverträge mit den sogenannten "christlichen" Gewerkschaften abgeschlossen. Diese Tarifverträge sind jedoch nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Hamm vom September vergangenen Jahres nichtig, weil das LAG der "christlichen" Gewerkschaft für Kunststoffgewerbe und Holzverarbeitung im CGB e.V. (GKH) die Tariffähigkeit abgesprochen hat. Mit den "christlichen" Gewerkschaften hatten die Arbeitgeber unter anderem die Arbeitszeit ohne Bezahlung von 37 auf 40 Wochenstunden heraufgesetzt, Einschnitte bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld vereinbart sowie die arbeitsrechtlichen Bedingungen verschlechtert.

 

Insgesamt waren seit November letzten Jahres 15 Verhandlungsrunden nötig, um zu diesem Ergebnis zu kommen. Die Tarifverträge zu Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen können erstmals zum 31. Juli 2013 gekündigt werden.

 

Wilfried Hartmann, Verhandlungsführer der IG Metall für das Tischlerhandwerk in Niedersachsen mit rund 14 000 Beschäftigten aus 2 400 Betrieben: "Die Verhandlungen waren extrem schwierig. Die Beschäftigten im Tischlerhandwerk hatten in den vergangenen zehn Jahren Reallohnverluste in Höhe von 13,2 Prozent hinzunehmen. In keiner anderen Branche war die Lohnentwicklung dermaßen schlecht. Wir mussten eine Menge von dem aufholen, was den Beschäftigten in den vergangenen Jahren verloren gegangen ist. Gleichzeitig durften die Betriebe nicht überfordert werden. Wir haben jetzt eine Lösung gefunden, die beiden Seiten Rechnung trägt."

 

Das jetzt vereinbarte Verhandlungsergebnis muss noch von den Gremien der Tarifvertragsparteien genehmigt werden. Die Tarifkommission der IG Metall tagt am 4. August in Hannover. Die Erklärungsfrist läuft bis zum 14. August 2012.

 

(Presseinformation Nr. 70 / 2012)

 

siehe auch: metallnachrichten "holz extra" unten unter Dateien

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