IG Metall erzielt Durchbruch mit Glunz AG, Werk Nettgau

Tarifflucht des Spanplattenherstellers Glunz verhindert

  • 17.05.2016
  • News

Hannover/Nettgau – Die Verhandlungen mit dem Spanplattenhersteller Glunz, Werk Nettgau, haben zum Durchbruch geführt. Die Warnstreiks und der bereits angekündigte unbefristete Streik haben das Unternehmen zum Einlenken bewegt. Das Unternehmen nimmt mit sofortiger Wirkung den Austritt aus dem Arbeitgeberverband zurück. Ab sofort sind im Glunz Werk Nettgau alle tariflichen Regelungen wieder gültig. Die in der Fläche der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie Sachsen-Anhalt vereinbarten Tariferhöhungen werden ebenfalls ausbezahlt. Damit erhalten die Glunz-Beschäftigten 2 Prozent mehr Geld rückwirkend ab 1. Mai 2016 und in einem weiteren Schritt ab 1. Juli 2017 1,7 Prozent mehr. Zudem tritt der Demografie-Tarifvertrag, der eine Altersteilzeitregelung beinhaltet, ab 1. Januar 2017 in Kraft.

Urabstimmung bei Glunz (Foto: IG Metall)

Um den Großkonflikt in letzter Minute abzuwenden, hatte sich die IG Metall am heutigen Dienstag bereit erklärt, ein letztes Mal zu verhandeln. „Der Druck der Belegschaft hat das Unternehmen schließlich zur Vernunft kommen lassen. Alle Versuche, die tariflichen Standards auszuhebeln sind gescheitert. Die Belegschaft hat sich durchsetzen können,“ sagte der sichtlich zufriedene IG Metall-Verhandlungsführer Wilfried Hartmann in Hannover.

 

Dieter Pfeiffer von der IG Metall Wolfsburg zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden mit dem erreichten Ergebnis. „Die Glunz-Belegschaft hat eindrucksvoll gezeigt, dass es sich lohnt gemeinsam für gute Tarifbedingungen zu kämpfen. Daran können sich Belegschaften anderer Betriebe der Branche gerne ein Beispiel nehmen.“

 

Auch in den Glunz-Werken in Meppen und Beeskow haben die Kolleginnen und Kollegen mit jeweils zwei Warnstreiks gezeigt, dass sie nicht gewillt sind, sich mit den Angeboten der Geschäftsleitung abspeisen zu lassen. In Meppen findet am morgigen Mittwoch die Fortsetzung der Tarifverhandlungen statt. Für das Werk in Beeskow sollen die Verhandlungen in der nächsten Woche aufgenommen werden.

 

(Presseinformation Nr. 64/2016)