Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie Sachsen-Anhalt

Schlichtungsergebnis sieht schrittweise Anhebung der Entgelte und zusätzliche Urlaubstage vor

  • 19.04.2012
  • kw/igm
  • News, Presseinfos, Holz & Kunststoff, Tarif

Barleben – Im Schlichtungsverfahren für die Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie Sachsen-Anhalt konnten IG Metall und Arbeitgeber einen tragfähigen Kompromiss erzielen: • Der durchschnittliche Stundenlohn wird in vier Schritten zusätzlich zu den üblichen Tarifsteigerungen um 1 Euro erhöht. Beide Seiten verpflichten sich, über eine weitergehende Anhebung des durchschnittlichen Stundenlohns zu verhandeln. Derzeit liegt dieser bei 12,66 Euro. Ziel der IG Metall ist die Angleichung der Entgelte an das niedersächsische Niveau. • Der tariflich abgesicherte Urlaubsanspruch wird erweitert. Ab Januar 2014 haben die Beschäftigten Anspruch auf einen zusätzlichen Urlaubstag und ab Januar 2015 auf einen weiteren, so dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den tarifgebundenen Betrieben wie ihre Kolleginnen und Kollegen in Niedersachsen insgesamt 30 Tage Urlaubsanspruch haben. • Ab Januar 2013 kann auf der Grundlage einer freiwilligen Betriebsvereinbarung die Arbeitszeit mit einem Lohnausgleich auf 36 Stunden/Woche absenkt wer-den. • Zur Unterstützung von benachteiligten Jugendlichen wird bis Ende September 2012 ein Tarifvertrag vereinbart, der eine Einstiegsqualifizierung regelt.

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IG Metall-Verhandlungsführer Wilfried Hartmann zeigte sich mit dem Schlichtungsergebnis zufrieden. „Wir haben uns mehr gewünscht. Ein erster Schritt in Richtung Angleichung der Arbeits- und Leistungsbedingungen zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen ist aber getan und weitere Verhandlungen sind vereinbart.“

 

Hintergrund:

Am 7. März 2012 waren die Tarifverhandlungen für die rund 8.000 Beschäftigten der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Sachsen-Anhalt gescheitert. Die Arbeitgeber waren auch in der 3. Tarifverhandlung nicht bereit gewesen, die Entgelte an das Niveau in Niedersachsen anzupassen. Es wurde daher ein Schlichtungsverfahren notwendig.

 

(Presseinformation Nr. 32/2012)

 

Weitere Informationen siehe Flugblatt: