Tarifkonflikt bei Q-Cells Tochter Solibro

Rund 450 Solibro-Beschäftigte streiten für bessere Arbeits- und Leistungsbedingungen - Der erste Warnstreik der Solarindustrie steht bevor

  • 11.11.2010
  • kw/igm
  • News, Presseinfos, Tarif

Hannover – Die IG Metall-Tarifkommission hat die Geschäftsführung der Q-Cells Tochter Solibro aufgefordert, Tarifverhandlungen aufzunehmen. Die Gesprächsaufforderung der IG Metall vom 25. Oktober 2010 blieb bisher unbeantwortet. Jetzt sind Warnstreiks die Konsequenz.

Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, kritisierte die ignorante Haltung der Geschäftsführung der Q-Cells-Tochter Solibro und forderte die Geschäftsführung am heutigen Donnerstag auf, „die ausgestreckte Hand der IG Metall nicht auszuschlagen. Die gut ausgebildeten Solibro-Beschäftigten sind nicht länger bereit, einen tariflosen Zustand zu akzeptieren. Nur im Gespräch können gute Kompromisse gefunden werden. Eine Verweigerungshaltung führt in die Sackgasse, provoziert Konflikte und den ersten Warnstreik in der Solarbranche.“

 

Während die Solarbranche seit Jahren von öffentlichen Fördergeldern profitiert, sind die Arbeits- und Leistungsbedingungen in der Branche wesentlich schlechter als in der Metall- und Elektroindustrie. So sind beispielsweise die Entgelte deutlich niedriger, während die Arbeitszeit wesentlich höher ist. „Mit derartigen Bedingungen schadet sich das Unternehmen. Die so dringend benötigten Fachkräfte wandern in die westlichen Bundesländer ab, wo die Tarifbedingungen besser sind. Die Billiglohnstrategie in Ostdeutschland ist gescheitert,“ so Hartmut Meine. Der 1. IG Metall Bevollmächtigte der Verwaltungstelle Dessau, Manfred Pettche, betonte, dass Betriebe, die Tarifverträge ablehnen und Mitbestimmungsrechte verweigern, zu den Verlierern gehören werden.

 

In diesem Zusammenhang verwies Hartmut Meine auch auf die „Erklärung zur Stärkung der Tarifpartnerschaft“. Darin haben sich die sachsen-anhaltinische Landesregierung, die Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften auf die Erhöhung der Tarifbindung und gute Tariflöhne verständigt. Alle drei Seiten sind sich einig, dass dem Fachkräftemangel nur begegnete werden kann, wenn den Beschäftigten nicht länger gute Tarifbedingungen vorenthalten werden.

 

 

Hinweis an die Redaktionen:

Die Q-Cells SE mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen hat sich seit der Gründung 1999 innerhalb weniger Jahre zu einem der größten Solarzellenhersteller weltweit entwickelt und will sich zukünftig auch als global agierendes Photovoltaik-Unternehmen etablieren. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 2500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. In Deutschland arbeiten für Q-Cells rund 2200 Beschäftigte, davon allein 2050 im „Solar-Valley“ in Bitterfeld-Thalheim.

Die Q-Cells Tochter Solibro GmbH wurde Ende 2006 gegründet. Dort arbeiten rund 450 Beschäftigte.

 

(Presseinformation Nr. 48/2010)

 

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