Fachkräfteinitiative für Sachsen-Anhalt: "Du bist mehr wert!"

Radikaler Rückgang von Schulabgängern verbessert Ausbildungs-Chancen junger Menschen in Sachsen-Anhalt

  • 22.05.2008
  • pw/dud
  • News, Jugend

Magdeburg. - 22.05.2008 Die IG Metall in Sachsen-Anhalt will mit ihrer Initiative "Du bist mehr wert!" Jugendliche bei ihrer Suche nach guten Ausbildungsmöglichkeiten unterstützen und über ihre Rechte aufklären. "Das Angebot an Ausbildungsplätzen wird in naher Zukunft höher sein als die Bewerberzahl. Kein Jugendlicher muss eine Ausbildungsvergütung von unter 700 Euro monatlich akzeptieren. Die Zeiten der Billig-Ausbildung, in denen Arbeitgeber trotz schlechter Bezahlung und Arbeitsbedingungen Auszubildende finden konnten, sind vorbei", so Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Sachsen-Anhalt.

Mit der Initiative "Du bist mehr wert!" wird die IG Metall an sachsen-anhaltinischen Schulen Jugendliche gezielt über die veränderte Situation auf dem Ausbildungsmarkt aufklären. Dazu hat die IG Metall eine Kurzinformation herausgegeben, die in den nächsten Wochen an den Schulen verteilt wird.

"Wir werden darüber hinaus deutlich machen, welches Unternehmen gute Ausbildungsmöglichkeiten bietet und im ersten Ausbildungsjahr monatlich 700 Euro brutto zahlt. Ausbildungsvergütungen unter 200 Euro im Monat muss niemand mehr akzeptieren. Betriebe, die beispielsweise Anlagenmechaniker, Fachinformatiker oder Gießereimechaniker suchen, werden ausbilden müssen und dafür anständige Tariflöhne zu zahlen haben", gibt Hartmut Meine zu bedenken. "Du bist mehr wert!" bietet umfangreiche Informationen bezüglich der Berufswahl, klärt über neue Ausbildungsberufe auf und macht deutlich, dass tarifgebundene Betriebe Ausgebildete mindestens 12 Monate übernehmen müssen.

Die Zahl der Schulabgänger wird sich in Sachsen-Anhalt nahezu halbieren: Während 2004 rund 30.000 Jugendliche einen Schulabschluss machten, werden es 2009 nur noch rund 16.000 sein. Davon werden etwa rund 10.000 einen Ausbildungsplatz suchen. Ihnen stehen derzeit rund 7.000 betriebliche und außerbetriebliche Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die geburtenschwachen Jahrgänge sind der Grund der günstigeren Ausgangslage für Jugendliche auf dem Ausbildungsmarkt.

 

Hintergrund:

Derzeit sind in Sachsen-Anhalt rund 50.000 Menschen in der Metall- und Elektro-industrie beschäftigt. Viele Firmen haben sich in den letzten Jahren am Markt etabliert und suchen dringend qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Jetzt rächt sich, dass nur noch 20 Prozent der Unternehmen ausbilden. Einige Unternehmen haben aber bereits erkannt, dass sie nur dann Auszubildende finden werden, wenn sie faire Bedingungen bieten. In diesem Zusammenhang wird der Flächentarifvertrag zum Qualitätssiegel und erfährt nach Jahren der Kritik eine Renaissance. Allein im letzten Jahr wurden sechs Betriebe, wie beispielsweise KSB in Halle oder ThyssenKruppPresta in Magdeburg, Mitglied im Arbeitgeberverband (VME).

 

(Presseinformation 29/2008)

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