Tarifrunde SITECH Sitztechnik GmbH

Nach der Ersten Verhandlungsrunde heißt es Nullnummer bei SITECH

  • 27.02.2021
  • News, Volkswagen

Die erste Gesprächsrunde unter Corona-Schutzbedingungen ist gelaufen: Frisch getestet haben sich in kleiner Runde die Vertreter von IG Metall und der Sitech Sitztechnik GmbH getroffen. Die Mitglieder der IG Metall-Verhandlungskommission (im Foto oben) sind ernüchtert bis erschüttert über das Verhalten des Arbeitgebers. Der Tarifvertrag ist bereits im Dezember 2020 ausgelaufen, das Unternehmen hatte lange genug Zeit, sich mit den Forderungen der IG Metall auseinanderzusetzen. Stattdessen: Kein Angebot und keine Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten!

4 Prozent mehr Einkommen und Ausbildungsvergütung sowie die Verbesserung der tariflichen Freistellungszeiten für alle Mitglieder der IG Metall. Das sind die Forderungen der IG Metall, die trotz der Corona- Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen in die Zeit passen. Thilo Reusch, der Verhandlungsführer der IG Metall, hat die Forderungen im Einzelnen detailliert erläutert, unter anderem mit Verweis auf die Bedeutung der Binnennachfrage.

 

Eine Forderung nach 4 Prozent mehr Geld sei angemessen, zumal die letzte monatliche Tariferhöhung fast drei Jahre zurückliege. Die seit Januar 2019 geltende tarifliche Freistellungszeit in besonderen Fällen wird sehr stark in Anspruch genommen. »Das zeigt, dass zusätzliche Freizeitmöglichkeiten immer mehr an Bedeutung gewinnen«, so Reusch. Es ist also an der Zeit, über eine Verbesserung beziehungsweise Ausweitung für die Mitglieder der IG Metall zu verhandeln. Die Sitech-Vertreter gingen auf die Forderungen der IG Metall erst auf Nachfrage ein. Sie schlossen eine Entgelterhöhung aus, da dazu das Geld fehle, und lehnten auch jegliche Verbesserung der Freistellungszeiten ab. Schon in der ersten Verhandlung hat der Arbeitgeber somit eine Position aufgebaut, die es schwierig macht, weiter zu verhandeln. Im Gegenzug stellten die Sitech-Manager dann sogar selbst Forderungen auf: So will das Unternehmen zukünftig für bis zu 25 Prozent der Beschäftigten die Arbeitszeit auf 40 Stunden ausdehnen können. Auch wolle man künftig nicht mehr alle Auszubildenden übernehmen, die ein befriedigendes Prüfungsergebnis erzielen. »Wir haben bei all den Äußerungen der Arbeitgeber zunächst unseren Ohren nicht getraut. Auf solche Unverschämtheiten werden die Kolleginnen und Kollegen sicher die passende Antwort finden«, ist sich Reusch sicher, der das Ansinnen des Unternehmens entschieden zurückwies. Ein neuer Verhandlungstermin wurde nicht vereinbart.

 

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