Metallhandwerk und Land- und Baumaschinentechnikerhandwerk

Metallhandwerk und Land- und Baumaschinentechnikerhandwerk zahlen zusätzlich in die gesetzliche Rente - Es gibt mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit

  • 03.04.2018
  • News, Tarif, Handwerk, Metallhandwerk, Landmaschinenmechaniker Handwerk

Hannover – Erstmals gibt es einen Tarifvertrag zur Einführung von Wertguthaben und Ausgleich von Rentenabschlägen, vereinbart zwischen dem Landesverband Metall Niedersachsen, dem Handelsverband Land- und Baumaschinentechnik Niedersachsen und der IG Metall.

Wilfried Hartmann, Verhandlungsführer und Politischer Sekretär

Der Vertrag regelt zusätzliche Zahlungen der Arbeitgeber in die Deutsche Rentenversicherung und ermöglicht dem Beschäftigen mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit. IG Metall und Arbeitgeber verständigten sich am 20. März 2018 in Hannover auf das neue Tarifwerk, das mit Ende der Erklärungsfrist am 3. April rechtsgültig wurde und zum 1. Mai 2018 in Kraft tritt.

 

Des Weiteren vereinbarten die Tarifvertragsparteien eine Erhöhung der Einkommen zum 1. Juli 2018 um 3,2 Prozent und ab 1. September 2019 um weitere 2,8 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen werden zeitgleich ab 1. Juli überproportional zwischen 8 Prozent und 12 Prozent und ab 1. September 2019 nochmals um 20,00 Euro pro Ausbildungsjahr angehoben. Die Tarifverträge gelten für rund 40.000 Beschäftigte aus 1.900 Betrieben. Sie treten ab 1. Juli 2018 in Kraft und enden zum 31. August 2020.

 

Der Tarifvertrag zur Bildung von Wertguthaben und Ausgleich von Rentenabschlägen, gültig ab 1. Mai 2018, sieht vor angespartes Zeitguthaben in Geld unter anderem für Zeiten von Pflege- und Elternzeit, befristete Teilzeit, Qualifizierungszeiten oder vorgezogenen Ruhestand zu verwenden. Eine sachgerechte Verzinsung wird vom Arbeitgeber gewährleistet. Des Weiteren gibt es künftig für alle Beschäftigten ab den 50. Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf eine monatliche Zusatzzahlung der Arbeitgeber in die Deutschen Rentenversicherung in Höhe von 50,00 Euro, um einen früheren Ausstieg aus dem Arbeitsleben ohne Rentenkürzung zu ermöglichen. Die Beschäftigten können freiwillig einen zusätzlichen Beitrag leisten.

 

IG Metall Bezirksleiter Thorsten Gröger zeigt sich sehr zufrieden mit dem Tarifabschluss: „Erstmals dokumentieren zwei Arbeitgeberverbände zusammen mit der IG Metall, dass Beschäftigte nicht bis zum Erreichen des 67. Lebensjahres arbeiten können. Dieser Abschluss ist wegweisend: eine deutliche Erhöhung beim Entgelt, eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütung und obendrein ein zusätzlicher Beitrag zur gesetzlichen Rente. Die Arbeitsplätze der abschließenden Branchen sind damit zukunftsweisend und attraktiv“ so Gröger.

„Der frühe Ruhestand kostet Geld. Er verringert die Rente für jeden vorgezogenen Monat um 0,3 Prozent. Mit den monatlichen zusätzlichen Zahlungen in Höhe von 50,00 Euro werden Kürzungen ausgeglichen“ sagt Wilfried Hartmann, Verhandlungsführer der IG Metall für das Metallhandwerk und für das Land- und Baumaschinentechnikerhandwerk in Niedersachsen.

 

Insgesamt waren seit November letzten Jahres zahlreiche Verhandlungsrunden nötig, um zu diesem Ergebnis zu kommen. Der Tarifvertrag zur Einführung von Wertguthaben und Ausgleich von Rentenabschlägen kann erstmals zum 31. Dezember 2024 gekündigt werden.

 

(Presseinformation Nr. 48/2018)

 

Weitere Informationen siehe Flugblatt und Broschüre...

 

Home / Aktuelles

Pinnwand


  • Brei­te ge­sell­schaft­li­che "Al­li­anz für Weltof­fen­heit" ge­grün­det