Metall- und Elektroindustrie Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim

Metall-Arbeitgeber provozieren mit Angebot ohne Prozente und Inhalte

  • 17.02.2021
  • News

Osnabrück – In der dritten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber ein Angebot für die rund 17.000 Beschäftigten im Tarifgebiet Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim vorgelegt. Die IG Metall bewertet dieses als reine Nullnummer und nicht wertschätzend gegenüber den Beschäftigten.

Das Arbeitgeber-Angebot konkret:

Null    Prozent in diesem Jahr

Null    Bewegung in Fragen Beschäftigungssicherung

Null    Verbindlichkeit bei Zukunftstarifverträgen

Null    Vorschläge für Dual Studierende und bei der Übernahme der Auszubildenden

 

Dafür verlangen die Arbeitgeber eine Laufzeit von über 30 Monaten und dauerhafte Eingriffsmöglichkeiten in laufende Tarifverträge, bspw. Kürzung des Weihnachtsgelds. „Was der Verhandlungsführer der Arbeitgeber Dr. Frink präsentiert hat, ist nicht nur inakzeptabel, sondern offenbart schamlos die Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten“ bewertet IG Metall-Verhandlungsführer Carsten Maaß von der IG Metall Bezirksleitung das Arbeitgeber-Angebot.

 

Für das komplette Jahr 2021 soll es eine Nullrunde geben. Für das erste Halbjahr 2022 bieten die Arbeitgeber eine Einmalzahlung an und im zweiten Halbjahr eine tabellenwirksame Erhöhung der Entgelte. Diese Erhöhung soll ab dann für 12 Monate gelten. Allerdings haben es die Arbeitgeber bei den Überschriften belassen. Keine Aussage zu Höhe der Einmalzahlung, keine Aussage zu der tabellenwirksamen Erhöhung!

 

IG Metall:Außer Überschriften nichts Konkretes

„Die Arbeitgeber haben sich fest hinter eine Mit-uns-gibt’s-nix-Haltung zurückgezogen und tief eingebuddelt“, so Stephan Soldanski, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Osnabrück. „Vier mall Null bleibt halt Null! Das kann man drehen und wenden wie man will!“ Dazu verlangen die Arbeitgeber eine automatische und dauerhafte Regelung zu Differenzierung in laufende Tarifverträge. Die Arbeitgeber stehen nicht nur beim Entgelt auf der Bremse, sondern wollen ebenfalls keinerlei Verpflichtungen in Fragen Beschäftigungssicherung und Zukunftsgestaltung eingehen. So nahm die dritte Verhandlungsrunde in Osnabrück ein schnelles Ende nach rund einer Stunde.

 

„Das die Arbeitgeber nix vom Kuchen abgeben, sind wir mittlerweile gewohnt. Dass sie jetzt Corona als Deckmantel nutzen, um Tarifstandards senken zu wollen, ist schon eine neue Qualität", so Carsten Maaß. „Doch da täuschen sie sich gewaltig. Wer glaubt Einschnitte in unsere Tarifstandards machen zu wollen, der hat sich gewaltig geschnitten.“ so Maaß weiter. Die Zeit für eine Einigung vor Ende Februar wird immer knapper. Mit Ende der Friedenspflicht bereitet sich die IG Metall aufgrund der provozierenden Haltung der Arbeitgeber nun auf die betriebliche Auseinandersetzung ab März vor und ist zugleich auch auf einen langen Atem eingestellt.

 

IG Metall: Maske – Abstand – Arbeitskampf

„Wir steigen jetzt in die Vorbereitungen für Aktionen zum Ende der Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie ein. Die IG Metall ist handlungs- und aktionsfähig, auch in der Corona-Pandemie funktioniert ein Arbeitskampf mit Maske und Abstand!“, zeigt sich der Osnabrücker IG Metall-Chef Soldanski kämpferisch.

 

Soldanski und Maaß sind sich einig: „Wir befinden uns aktuell in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage und greifen die Themen auf, die den Menschen wichtig sind. Deswegen hat Beschäftigungssicherung, Zukunftsgestaltung und die Stabilisierung der Einkommen für uns absolute Priorität in der Tarifrunde 2021. Wir brauchen ein Zukunftspaket für alle Beschäftigten!"