Betriebsrätetagung Sachsen-Anhalt

Meine und Budde verteidigen Rente mit 63 nach 45 Versicherungsjahren

  • 19.02.2014
  • us/igm
  • News, Presseinfos

Magdeburg – Rund 80 Betriebsräte und Vertrauensleute diskutierten auf der diesjährigen Betriebsrätekonferenz über die Chancen der Beschäftigten jenseits von Niedriglohn und Tarifflucht in Sachsen-Anhalt. Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, stellte in diesem Zusammenhang fest, dass sich die Beschäftigungssituation in Sachsen-Anhalt deutlich verbessere.

Zur Bildergalerie...

 

Der durch Abwanderung und Niedriglöhne verursachte Fachkräftemangel zwinge immer mehr Arbeitgeber zum Umdenken. Nur Betriebe, die anständige Tariflöhne zahlten, würden in absehbarer Zukunft geeignete Fachkräfte finden können.

Wie groß die Not der Arbeitgeber sei, so Meine, ließe sich auch an ihrer massiven Kritik an der Rente mit 63 erkennen: Obwohl die Beschäftigten 45 Jahre im Schichtbetrieb hart gearbeitet hätten und nicht mehr könnten, wollten die Arbeitgeber ein vorzeitiges Ausscheiden mit allen Mitteln verhindern und behaupteten, es ginge zu Lasten zukünftiger Rentenbezieher.

 

"Nicht die Rente mit 63 nach 45 Versicherungsjahren ist ein Problem für das Rentensystem, sondern die jahrzehntelang betriebene Dumpinglohnpolitik der Arbeitgeber. Die von den Arbeitgebern zur Lohndrückerei missbrauchte Leiharbeit oder die Werkverträge gefährden das Rentenversicherungssystem", kritisierte Meine die Haltung der Arbeitgeber.

Auch die SPD-Landes- und Landtagsfraktionsvorsitzende Katrin Budde warb für die Rente mit 63. "Hier geht es darum, die Lebensarbeitsleistung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern am Ende des Erwerbslebens zu würdigen. Nach 45 Arbeitsjahren haben sie es sich einfach verdient, in Rente zu gehen", erklärte sie am Rande der Konferenz. Budde wies zudem darauf hin, dass davon auch im Osten gerade Menschen profitieren, die nach der Schule in Ausbildung und dann in Arbeit gekommen sind. "Da gibt es viele Beispiele in der Produktion, am Fließband oder in der Erziehung und der Pflege, wo die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach 45 Jahren schlicht die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit erreicht haben."

 

Meine kritisierte vor allem die ideologische Debatte gegen die Rente mit 63: Es handele sich nicht um ein Geschenk der Bundesregierung. Das Gegenteil sei der Fall: Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hätten sich die Ansprüche hart erarbeitet. Vor allem das doppelte Spiel der Arbeitgeber sei unerträglich: Auf der einen Seite sei jedem Personalleiter klar, dass kaum ein Beschäftigter bis 67 in der Metall- und Elektroindustrie oder im Handwerk arbeiten könne. Auf der anderen Seite führten Verbandsvertreter mit hervorragenden Rentenansprüchen, fernab betrieblicher Praxis, eine rein ideologisch motivierte Kampagne gegen die Rente mit 63. Dagegen werden wir uns massiv zur Wehr setzen, betonte Meine.

 

(Presseinformation Nr. 5/2014)

Home / Aktuelles

Pinnwand

  • Website zum Aufruf "Die Würde des Menschen ist unantastbar"

    Brei­te ge­sell­schaft­li­che "Al­li­anz für Weltof­fen­heit" ge­grün­det

  • Niedersachsen packt an!
  • Dabei sein! Für die IG Metall begeistern!
  • modern.bilden
  • Gemeinsam für ein Gutes Leben!
  • Gute Arbeit - Gut in Rente!
  • www.wer-die-besten-will.de
  • Maßnahmen gegen Ingenieurmangel
  • "Mehr Wirtschaftsdemokratie wagen!"
  • Respekt! Kein Platz für Intoleranz, Rassismus und Diskriminierung
  • metallzeitung