Metall- und Elektroindustrie Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie Volkswagen

Mehr als 2.160 Beschäftigte beteiligen sich erneut an Protesten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt – Warnstreiks werden unvermindert fortgesetzt!

  • 04.03.2021
  • News, Presseinfos, Tarif, Metall & Elektro, Volkswagen

Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie werden fortgesetzt. Seit Wochenbeginn haben sich bis einschließlich des gestrigen Tages fast 74.000 Beschäftige an Protestaktionen in der Metall- und Elektroindustrie Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie bei Volkswagen beteiligt und ihren Unmut über die Arbeitgeberseite in der laufenden Tarifrunde zum Ausdruck gebracht.

Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, zeigt sich entschlossen: „Die zahlreichen Kolleginnen und Kollegen verdienen Respekt und Anerkennung für ihre harte Arbeit, stattdessen hat die Arbeitgeberseite bislang nur lauwarme Worte parat. Das stimmt zurecht wütend und reicht nicht: Es braucht ein solides und zukunftsfähiges Angebot für die Beschäftigten in den Betrieben. Es geht um Beschäftigungssicherung, eine spürbare Erhöhung der Entgelte, um Zusagen für die Standortsicherung, um Investitionen in die Zukunft und um generelle Antworten auf die Fragen des Strukturwandels. Die Arbeitgeberseite darf sich nicht länger wegducken!“

 

Am heutigen Tag haben sich mehr als 2.160 Beschäftigte an Protestformen beteiligt. So beispielsweise bei der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim, wo unter anderem 350 Beschäftigte bei Frühschluss-Aktionen von Phoenix Contact Electronics und Phoenix Contact Combinations teilgenommen haben. Bei der Siemens Mobility GmbH in Braunschweig verabschiedeten sich 200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ebenfalls frühzeitig in den Feierabend oder führten einen virtuellen Streik im Homeoffice durch. Weitere Frühschlussaktionen fanden unter anderem in Lüchow (SKF Lüchow, 200 Beschäftigte) sowie Salzgitter bei SMAG (198) statt. In der niedersächsischen Landeshauptstadt legten 240 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei MTU Maintenance die Arbeit nieder. Des Weiteren beteiligten sich in Hannover bei SEH Engineering 50 Beschäftigte an einem Auto- und Fahrradkorso. Auch in Sachsen-Anhalt haben viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zeitweise ihre Arbeit niedergelegt: Unter anderem fanden bei der IG Metall Halberstadt Warnstreiks (thyssenkrupp Presta Ilsenburg) von 200 Beschäftigten sowie in Roitzsch bei Magna Powertrain (130 Beschäftigte) Tarif- und Frühschlusskationen statt. Ferner haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im gesamten Tarifgebiet bei vielfachen Aktions- und Protestformen ihren Unmut geäußert.

 

Die IG Metall fordert für die rund 120.000 Beschäftigten in den drei Tarifgebieten der Metall- und Elektroindustrie in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ein tragfähiges Zukunftspaket. Dieses soll unter anderem ein Volumen von vier Prozent vorsehen, welches situativ nach Betriebslage zur Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen oder für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden kann. Darüber hinaus sollen mit Zukunftstarifverträgen passgenaue betriebliche Lösungen gefunden werden, die Zusagen für Investitionen, Standorte, Beschäftigung und Qualifizierung enthalten.

 

Für die rund 135.000 Beschäftigten an den sechs westdeutschen Volkswagen-Standorten und bei den Tochtergesellschaften fordert die IG Metall eine Entgelterhöhung von vier Prozent für das Jahr 2021, Verbesserungen bei der 2019 neu eingeführten tariflichen Freistellungszeit sowie die Festschreibung von 1.400 VW-Ausbildungsplätzen pro Jahr für die kommenden zehn Jahre.