Kontraktlogistik

Kurzarbeitergeld mit Aufzahlung auch bei Kontraktlogistikern

  • 19.03.2020
  • News, Corona

Die Industrie fährt herunter wegen Corona. Und was ist mit den Beschäftigten? Bei den großen Autobauern sind sie gut gesichert, dank Aufzahlung aufs Kurzarbeitergeld. Aber was ist mit den kleineren Unternehmen, die von den großen Autobauern direkt abhängig sind? Was ist mit Beschäftigten bei Zulieferern und Dienstleistern? IG Metall und Betriebsräte wollen auch für sie Aufzahlungen durchsetzen.

bialasiewicz/panthermedia.net

Der Kontraktlogistik-Dienstleister Schnellecke im sächsischen Glauchau etwa hängt zu 100 Prozent an Volkswagen in Zwickau. Ein Stopp bei Volkswagen bedeutet auch ein sofortiger Stopp bei Schnellecke. Und die Beschäftigten verdienen ohnehin schon deutlich weniger als bei dem großen Automobilbauer. Von nochmal 40 Prozent weniger Entgelt könnten sie kaum noch leben.

 

Doch auch hier haben IG Metall und Betriebsrat Aufzahlungen durchgesetzt. 80 Prozent vom Netto sind schon einmal sicher. Zu Redaktionsschluss liefen die Verhandlungen noch weiter. »Wir haben zwar schon tagelang verhandelt«, meint die Betriebsratsvorsitzende Elke Merkel, »aber 80 Prozent sind immer noch wenig – bei unseren niedrigen Durchschnittseinkommen von ca. 2000 Euro brutto erst recht. Wir wollen mehr.«

 

Bei anderen VW-Dienstleistern verhandeln Betriebsräte und IG Metall ähnliche Regelungen wie bei Schnellecke, so auch am Stammsitz in Wolfsburg. »Die Verhandlungen sind sehr schwierig. Die Corona-Krise mit dem Stopp des Volkswagenwerks ist doch schneller über uns hereingebrochen, als alle gedacht hätten«, erklärt Frederic Speidel von der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. »Aber wir sind an der Seite der Logistik-Beschäftigten. Wir wollen keine Zwei-Klassen-Belegschaft.«