Tarifpolitische Konferenz

Kommende Tarifrunde muss Inflation in den Fokus nehmen – Beschäftigte müssen von Aufschwung profitieren, Entgelte müssen deutlich steigen!

  • 02.11.2021
  • News, Presseinfos, Tarif

Im Rahmen der Tarifpolitischen Fachtagung der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben mehr als 100 Teilnehmer*innen unter Corona-Bedingungen über die tarifpolitischen Zielsetzungen für die kommenden Jahre debattiert – im Speziellen für die anstehende Tarifrunde 2022, welche bereits mit der Forderungsdiskussion Mitte des kommenden Jahres an Fahrt aufnimmt. Mit Blick auf die aktuelle Inflationsentwicklung sowie steigende Energie-, Heiz- und Benzinkosten findet Gröger deutliche Worte: „Wir erwarten von der Politik ein Einschreiten bei diesem dramatisch-rasanten Anstieg in nahezu jedem Sektor. Für uns ist klar: Nächstes Jahr müssen die Entgelte steigen, und zwar signifikant. Es braucht eine ordentliche Erhöhung und keine Reallohnverluste.“

Tarifpolitische Konferenz. Foto: Marcus Biewener | biewener&kolb

Der wachsende Preisdruck könne seitens der Gewerkschaften nicht außer Acht gelassen werden. „Es ist unumgänglich, dass wir eine Tarifrunde 2022 haben werden, die massiv das materielle Volumen in den Vordergrund rückt. Ich meine damit harte Zahlen!“, so Gröger weiter: „Wenn an Tankstellen, im Supermarkt oder selbst an der Heizung das Portmonee schrumpft, kann eine Folgeantwort nur eine satte Entgelterhöhung darstellen. Die Teuerung darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden!“ Nicht zuletzt sei dies das Ergebnis der maßvollen Corona-Abschlüsse sowie den Anforderungen, mit denen sich die Beschäftigten vielerorts mit Blick auf die anstehenden Transformationsprozesse konfrontiert sehen.

 

Derweil würden verschiedenste Ökonomen „Spiritus auf dem Boden der bevorstehenden Tarifrunde kippen, wenn sie von einer drohenden Lohn-Preis-Spirale sprechen und Gewerkschaften zu Mäßigung und Ruhe aufrufen. Antworten darauf, wie unseren Kolleginnen und Kollegen das Entgelt nicht sprichwörtlich wegschmilzt, liefern diese jedoch nicht!“, erklärt der Gewerkschafter weiter. „Die Sorgen der Arbeitgeber wachsen: Sie sehen, dass wir für unsere berechtigten Interessen nach der Pandemie wieder in voller Mannschaftsstärke auf die Straßen gehen werden. Es sind die Beschäftigten gewesen, die in Kurzarbeit zurücksteckten, die teilweise ihre Jobs verloren und letztlich den Laden durch die Krise gebracht haben. Jetzt, wo es konjunkturell wieder bergauf geht, müssen jene auch vom Aufschwung profitieren!“, stellt Gröger klar.

 

Weiterhin hob der Bezirksleiter hervor, dass auch die Themen der Zukunftstarifverträge, welche gerade in den Zeiten der Transformation und des Strukturwandels noch zentraler in den Fokus rücken würden, sowie die Debatte um rechtliche Rahmenbedingungen für das mobile Arbeiten tarifpolitische Relevanz haben müssen. Die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie laufen zum 30. September 2022 aus. Bei der Volkswagen AG und den Volkswagen-Töchtern laufen die Verträge zwei Monate später, am 30.November 2022 aus. Die konkreten Forderungen beschließt die IG Metall Mitte Juli.

 

(Presseinformation Nr. 100/2021)