IG Metall und Praktiker aus den Betrieben verteidigen Rente mit 63

  • 14.03.2014
  • us/igm
  • News, Presseinfos

Hannover – Die von IG Metall und Betriebsräten vorgestellten Beispiele von Beschäftigten mit einer langen Ewerbsbiographie belegen, dass die von der Bundesregierung geplante Rente mit 63 ohne Abschläge dringend notwendig ist.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die von der Rente mit 63 profitieren werden, sind 1969 oder früher ins Berufsleben eingetreten. Die Rente mit 63 ist von ihnen hart erarbeitet worden. 45 Jahre haben die Betroffenen Rentenbeiträge gezahlt. Selbst ernannte Experten und Arbeitgebervertreter, die häufig erst Ende der 60er Jahre geboren wurden, schwingen sich jetzt auf, die von der Bundesregierung geplante Gesetzesänderung massiv zu kritisieren.

Die Erfahrungen der Betriebsräte und Praktiker aus den Betrieben sind andere: Wer mit 17 Jahren oder jünger in der Metall und Elektroindustrie, im Handwerk, in der Textilbranche oder anderen Branchen begonnen hat zu arbeiten und das zeitweise auch noch im Schichtbetrieb, wird kaum eine Chance, haben gesund in Rente zu gehen und darf nicht zusätzlich mit Rentenabschlägen bestraft werden.

Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, bezeichnete die Kritik der Arbeitgeber als völlig überzogen und zynisch. "Wenn NiedersachsenMetall im Zusammenhang mit der Rente mit 63 auf den Fachkräftemangel verweist, kann ich nur entgegnen: Tun Sie mehr für die Ausbildung von Jugendlichen und sorgen Sie dafür, dass der angekündigte Arbeitsplatzabbau, beispielsweise bei Bosch in Göttingen und Hildesheim oder bei KME in Osnabrück, zurück genommen wird. Sorgen Sie dafür, dass Leiharbeiter und Werkvertragsbeschäftigte in feste Arbeitsverhältnisse übernommen werden." Zudem, so Meine weiter, sollte sich der Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, Dr. Volker Schmidt, fragen, welchen Nutzen Betriebe von Fachkräften haben, die aufgrund der Arbeitsbelastung und eines langen Arbeitslebens häufiger krank sind!


Andreas Scherer, Betriebsratsvorsitzender von JohnsonControls, bezeichnete die Kritik der Arbeitgebervertreter als völlig praxisfern. "Mehrmals im Jahr sind wir mit dem Krankenstand bei JohnsonControls konfrontiert. Dabei fällt regelmäßig auf, dass vor allem Beschäftigte häufiger krank sind, die auf ein langes Berufsleben zurückblicken. Heino Plate, Betriebsratsvorsitzender bei Zollern BHW in Braunschweig hat die gleichen Erfahrungen. "Bei uns halten die Beschäftigten aufgrund der harten Arbeitsbedingungen kaum bis 63 durch und die Altersteilzeitquote, die im Tarifvertrag festgeschrieben ist, reicht bei weitem nicht aus."

Hartmut Meine betonte am heutigen Freitag, dass die IG Metall die geplante Gesetzesänderung der Bundesregierung massiv unterstützen werde. "Wir werden es im Interesse der Beschäftigten nicht hinnehmen, dass Verbandsvertreter und selbst ernannte Experten mit hervorragenden Rentenansprüchen, fernab betrieblicher Praxis, eine rein ideologisch motivierte Kampagne gegen die Rente mit 63 auf Kosten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer führen. Wer 45 Jahre hart gearbeitet hat, muss mit 63 ohne Abschläge in Rente gehen können."


Presseinformation Nr. 7/2014

 

Siehe auch metall-Info März 2014 zum Thema Rente mit 63 unten unter Dateien.

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