Betrieblicher Aktionstag "Arbeit - sicher und fair"

IG Metall übt massive Kritik an prekären Beschäftigungsverhältnissen und kündigt betrieblichen Aktionstag am 24.02.2011 an

  • 14.02.2011
  • kw/igm
  • News, Presseinfos

Hannover – Die IG Metall fordert faire und sichere Arbeitsverhältnisse und kritisiert die Zunahme von Leiharbeit, Werkverträgen und befristeten Einstellungen. Der Aufschwung geht an vielen Beschäftigten vorbei. Ein Skandal, den die Beschäftigten nicht länger hinnehmen würden, begründete IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine den betrieblichen Aktionstag am 24. Februar. „Die Arbeitgeber nutzen den Aufschwung zur Ausweitung prekärer Beschäftigung und die Regierungskoalition blockiert gesetzliche Regelungen, die den Missbrauch von Leiharbeit und Befristungen verhindert,“ sagte der Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und kritisierte in diesem Zusammenhang die widersinnige Haltung der Arbeitgeber: Diese beklagen einerseits den Fachkräftemangel, übernehmen andererseits Ausgebildete aber nicht in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Hartmut Meine zeigte sich verärgert darüber, dass die CDU/FDP-Regierung im Vermittlungsausschuss eine Equal Pay-Vereinbarung für Leiharbeitsbeschäftigte letztendlich abgelehnt hat. „Die Einführung einer Lohnuntergrenze reicht nicht aus, um den Missbrauch von Leiharbeit zu verhindern. Leiharbeitsbeschäftigte müssen ab dem ersten Tag ihres Einsatzes im Betrieb das gleiche Geld wie die Stammbeschäftigten erhalten,“ forderte Meine. Selbst der im Vermittlungsausschuss ursprünglich diskutierte Vorschlag der CDU/FDP-Regierung, diesen Grundsatz ab dem 9. Einsatzmonat gelten zu lassen, wird der Situation der Beschäftigten und der betrieblichen Praxis nicht gerecht, da die überwiegende Zahl der Leiharbeiter weniger als 6 Monate im Entleihbetrieb arbeite, betonte der IG Metall-Bezirksleiter.

IG Metall stellt Umfrageergebnisse zu prekären Beschäftigungsverhältnissen vor

Eine Befragung der IG Metall unter 440 Betrieben in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt belegt die Zunahme von prekären Beschäftigungsverhältnissen. Demnach werden in 44 Prozent der Betriebe ausgebildete Menschen nur befristet übernommen und 11 Prozent der Betriebe entlassen ihre Ausgebildeten direkt in die Arbeitslosigkeit.

Über die Hälfte der Betriebe (68 Prozent) stellt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nur befristet ein. In 32 Prozent der Betriebe werden Beschäftigte über Werkverträge eingesetzt. Die Leiharbeit hat in den letzen drei Monaten in 16 Prozent der Betriebe des IG Metall-Bezirks zugenommen, in drei Prozent der Betriebe wurden in den letzten drei Monaten erstmalig Leiharbeitsbeschäftigte eingesetzt. 34 Prozent der Betriebe setzen in einem gleichbleibend hohem Umfang auf Leiharbeit.

IG Metall-Bezirksleiter Meine kündigte für den Aktionstag ‚Arbeit – sicher und fair’ rund 120 kreative Aktionsformen vor den Werkstoren an. „Die Beschäftigten werden ihr Versammlungs- und Demonstrationsrecht nutzen, um gegen die skandalösen Zustände ein Zeichen zu setzen. Wenn 54 Prozent aller Erwerbstätigen unter 25 Jahren prekäre Arbeit haben, muss endlich gegengesteuert werden. Wir werden es vor allem nicht hinnehmen, dass die Lobby-Partei FDP den jungen Menschen ihre Zukunftschancen verbaut,“ sagte Meine am heutigen Montag in Hannover.

(Pressemitteilung Nr. 13 / 2011)

 

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