Ingenieursdienstleister

IG Metall fordert Zukunftssicherheit für Beschäftigte der Valmet Engineering

  • 16.10.2020
  • News, i-connection, Metall & Elektro, Volkswagen

Hannover – Die rund 600 Beschäftigten der Valmet Automotive Engineering GmbH an den Standorten Bad Friedrichshall, Ingolstadt, München und Wolfsburg wurden am Dienstag, den 13.10.2020, von der Geschäftsführung über den Verkauf an den Finanzinvestor „Mutares“ in Kenntnis gesetzt.

Warnstreik 2017, Foto: Roland Hermstein

Johannes Katzan von der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Foto Jelca Kollatsch

Katrin Bergien, Betriebsratsvorsitzende von Valmet am Standort Wolfsburg

Dorothea Katharina Ritter, Pol. Sekretärin der IG Metall Wolfsburg, Fotostudio Neukölln

Erster Bevollmächtigter der IG Metall Wolfsburg, Foto Matthias Leitzke

„Das Gebaren bei der Übernahme wirkt hoffentlich nicht stilbildend für die künftige Unternehmensführung! Intransparenz ist kein guter Nährboden für Kreativität und gute Entwicklungsarbeit“, sagt Michaela Städele, IG Metall-Gesamtbetriebsratsvorsitzende des Entwicklungsdienstleisters.

 

Im Juni 2018 hatte das Management der Valmet Engineering einen Haustarifvertrag mit der IG Metall abgeschlossen. Dabei hatten Beschäftigte als Beitrag zur Zukunftssicherung auf Essenszuschüsse verzichtet, einer starken Arbeitszeitflexibilisierung zugestimmt und die Entgelte bis 2021 eigefroren. „Wir erwarten, dass der neue Eigner Mutares den Tarifvertrag Punkt für Punkt einhält und umsetzt. Die Beschäftigten haben bei Entgelt und Zusatzleistungen eine Reihe an Kröten schlucken müssen, um Investitionen zu ermöglichen. Jetzt erwarten sie zurecht eine Perspektive für ihre Arbeit und ihre Zukunft!“, fasst Johannes Katzan von der IG Metall Bezirksleitung Niedersachsen und Sachsen-Anhalt die Position der IG Metall-Tarifkommission zusammen. Diese hat am 15.10.2020 getagt und das Unternehmen einstimmig aufgefordert, das Unternehmenskonzept des neuen Eigners offenzulegen.

 

Die Wolfsburger IG Metall-Betriebsratsvorsitzende Katrin Bergien fordert, dass jetzt Zukunftsgarantien für die Beschäftigten abgeschlossen werden. „Wir haben in der Zeit von 2015 bis 2018 hart und erfolgreich für einen Tarifvertrag gekämpft“, erinnert Bergien an die Kampferprobtheit der Belegschaft. Der Arbeitgeber hat verlauten lassen, erst in vier Wochen offenlegen zu wollen, wie die Zukunft bei Valmet in Wolfsburg und den anderen Standorten aussehen soll.

 

Die IG Metall-Unternehmensbeauftragte und Betriebsbetreuerin des Standortes Wolfsburg, Dorothea Katharina Ritter, unterstreicht: „Das nehmen wir nicht hin. Wir erwarten, dass der Arbeitgeber gesetzeskonform sofort und vollumfänglich die Betriebsräte und den Wirtschaftsausschuss informiert.“

 

Flavio Benites, Erster Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Wolfsburg, ruft die Beschäftigten der Region zur Solidarität mit der Valmet-Belegschaft auf. „Die EDL-Branche ist wichtiger denn je für die Zukunft der Mobilität. Wir stehen geschlossen hinter den Kolleginnen und Kollegen von Valmet und fordern Konzepte für eine nachhaltige Beschäftigungssicherung am Standort.“