IG Metall schlägt 10-Punkte-Katalog gegen Ingenieurmangel vor

Hartmut Meine: „Absenkung der Mindestverdienstgrenze für hoch Qualifizierte untergräbt tarifliche Standards“

  • 02.04.2012
  • kw/igm
  • News, i-connection

Hannover – Die von der Bundesregierung geplante Absenkung der Mindestverdienstgrenzen für Nicht-EU-Bürger ist als Maßnahme gegen den drohenden Fachkräftemangel völlig ungeeignet. „Die geplante Absenkung der Mindestverdienstgrenze für Ingenieure auf 33.000 Euro Jahresentgelt untergräbt massiv die tariflichen Standards und löst nicht das Problem des Ingenieurmangels,“ kritisiert Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Ein Ingenieur erhält nach Abschluss eines Bachelor-Studiums in einem tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie ein Jahresentgelt von 46.000 Euro, mit einem Master-Abschluss sind es mindestens 53.000 Euro. Eine Absenkung der Mindestverdienstgrenze führt zur Einführung einer deutlich niedrigeren Entgeltuntergrenze in nicht tarifgebundenen Betrieben, die keinesfalls hinnehmbar ist.

 

Als Alternative schlägt die IG Metall ein Gesamtkonzept vor und benennt in einem 10-Punkte-Katalog konkrete Maßnahmen gegen den drohenden Ingenieurmangel. Darin werden sowohl die Betriebe als auch die Politik zum Handeln aufgefordert:

  1. Anwendung des Flächentarifvertrages,
  2. Frauen für Ingenieurberufe gewinnen,
  3. Technikinteresse der Jugend wecken,
  4. Attraktive Arbeitsplätze bieten,
  5. Weiterbildung im Betrieb fördern,
  6. Hochschulzugang erleichtern,
  7. Abbrecherquoten verringern,
  8. Duale Studiengänge ausweiten,
  9. Faire Berufspraktika bieten und ein Ingenieurstudium durch Stipendien fördern,
  10. Neue Ausbildungsberufe in der Konstruktion anbieten.

 

Hinweis:

Den 10-Punkte-Katalog gegen den Ingenieurmangel finden Sie im Anhang. Sie finden die Kurz- und Langfassung des Katalogs zusätzlich auf dieser Website hier:
Maßnahmen gegen den Ingenieurmangel

 

(Presseinformation Nr. 25 / 2012)