Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wichtiger denn je - Relativierungen der Nazi-Verbrechen bei Demonstrationen darf nicht folgenlos bleiben!

  • 26.01.2022
  • News, Gesellschaft, Presseinfos

Anlässlich des Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert die IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt an die unzähligen Entrechteten, Gequälten und Ermordeten, welche durch die Gräueltaten des Hitler-Regimes ihr Leben verloren. „Es ist unsere gesellschaftliche Verantwortung diese Erinnerung, auch wenn es immer weniger Zeitzeugen gibt, stets aufrechtzuerhalten. Der Lauf der Zeit geht weiter, Geschichte darf sich jedoch nicht wiederholen. Der Einsatz für eine offene, eine tolerante und eine vielfältige Gesellschaft darf auch 77 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Ausschwitz-Birkenau nicht abebben.

Thorsten Gröger, Bezirksleiter IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt (Foto: Agentur lieb.ich)

Wie fragil Demokratien nämlich sein können, sieht man in zahlreichen autokratisch geführten Staaten nicht unweit der deutschen Grenze. Um zu sehen, wie weit noch immer fremdenfeindliches und antidemokratisches Gedankengut verbreitet ist, braucht es hingegen nicht mal einen Blick über die Ländergrenzen hinaus.“, mahnt Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.  Man erlebe derzeit, wie Querdenker und Rechtsextreme sich auf den Straßen der Republik gemein machen.

 

Kritik und Protest seien „in unserer Demokratie möglich und nötig. Wenn das aber missbraucht wird, um den Staat zu destabilisieren und unerträgliches, rassistisches Gedankengut salonfähig zu machen, indem beispielsweise Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie mit dem Holocaust verglichen werden, dann ist dies eben nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt, sondern findet sich eben im Strafgesetzbuch wieder!“, so der Gewerkschafter weiter.

 

Den Problembeschreibungen müssen aber Konsequenzen folgen, so der Bezirksleiter: „Natürlich braucht es einen starken Staat, der auf dem rechte Auge nicht blind ist, sondern konsequent gegen die rechte Szene vorgeht. Staat und Justiz sind in der Verantwortung, eine härtere Gangart dort zu fahren, wo offenkundig und bewusst Anschläge im Kleinen gegen unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung stattfinden. Courage gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus hingegen kann auch im Privaten erfolgen -  durch klare Haltung und rote Linien: Am Arbeitsplatz, in der Familie, bei Sport oder im Internet. Argumentativ gegenhalten statt wegsehen!“ Ferner, erklärt Gröger, muss Politik ihre Anstrengungen gegen Rechtsextremisten auf Landesebene weiter intensiveren: „Das betrifft beispielsweise die finanzielle Ausstattung von Aussteigerprogrammen, aber auch die Stärkung der Erwachsenenbildung. Ich denke, dass die Mittel der politischen Bildung zu niedrig beziffert sind. In Niedersachsen bietet sich hier mit der Landtagswahl im Oktober die Gelegenheit, einen neuen Fokus zu setzen!“

 

(Presseinformation Nr. 2/2022)