Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie für Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim

Einigung in Tarifverhandlung: Pilotabschluss wird Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim übernommen

  • 19.02.2018
  • News, Metall & Elektro

Osnabrück – Die IG Metall und die örtliche Bezirksgruppe von Niedersachsenmetall haben sich heute auf die Übernahme des Pilotabschlusses aus Baden-Württemberg geeinigt. Nach diesem Verhandlungsergebnis, das am heutigen Freitag in Osnabrück erzielt wurde, erhalten die rund 18.500 Beschäftigten im Tarifgebiet Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim ab 1. April 2018 4,3 Prozent mehr Geld und für Januar bis März eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro.

Martina Manthey, Verhandlungsführerin und Bezirkssekretärin

Ab 2019 bekommt jeder Beschäftigte ein tarifliches Zusatzgeld in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsgehalts und einen Festbetrag, der im nächsten Jahr 400 Euro beträgt.  Ab 2020 wird der Festbetrag gemeinsam mit dem tariflichen Zusatzgeld zu einer tarifdynamischen dauerhaften Sonderzahlung.  Eltern, Pflegende und Schichtarbeiter können statt diesem tariflichen Zusatzgeld acht zusätzliche freie Tage wählen. Zwei dieser Tage finanziert der Arbeitgeber.

 

Außerdem bekommen Auszubildende künftig bis zu zwei zusätzliche bezahlte freie Tage vor Abschlussprüfungen.

 

Martina Manthey, Bezirkssekretärin und Verhandlungsführerin der IG Metall: „Mit diesem Tarifabschluss ist der Einstieg in eine moderne Arbeitszeitgestaltung gelungen. Die Beschäftigten können nun für zwei Jahre ihre Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden verkürzen. Die Rückkehr zur Vollzeitstelle ist danach gesichert. Damit und mit den Regelungen bei Kinderbetreuung, Pflege und Schichtarbeit ist es den Tarifpartner gelungen, Lösungen zu finden, die die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben für die Beschäftigten deutlich verbessern. Ein starkes Ergebnis!“

 

Stephan Soldanski, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Osnabrück und Verhandlungsmitglied: „Die IG Metall hat sich für diese Tarifrunde gleich mehrere zentrale Ziele gesetzt: einen fairen Anteil der Beschäftigten am wirtschaftlichen Erfolg der Branche, mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für alle und Entlastung bei Schichtarbeit. Alle diese Ziele haben wir erreicht!  Dieses sehr gute Ergebnis haben die Beschäftigten durch ihre großartige Beteiligung an den Warnstreiks und ganztägigen Warnstreiks möglich gemacht. Ohne diesen Druck hätten die Arbeitgeber nicht eingelenkt.“ 

 

Die Eckpunkte aus dem Verhandlungsergebnis:

  • eine Einmalzahlung von 100 Euro für März 2018,
  • eine Erhöhung der Tarifentgelte von 4,3 Prozent ab April 2018,
  • ein individueller Anspruch ab 2019 auf befristete Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden pro Woche für bis zu zwei Jahre, inklusive eines Rückkehrrechts auf eine Vollzeitstelle von 35 Stunden,
  • die Einführung eines tariflichen Zusatzgeldes von 27,5 Prozent eines Monatsentgeltes pro Jahr sowie eines tarifdynamischen Festbetrages von 400 Euro, beides erstmals im Juli 2019 gezahlt,
  • die Wahloption für Beschäftigte, die Kinder erziehen, Angehörige pflegen oder in Schicht arbeiten, acht zusätzliche freie Tage anstelle des tariflichen Zusatzgeldes zu wählen, wobei davon zwei Tage als Zuschuss des Arbeitgebers gewährt werden,
  • Azubis erhalten künftig bis zu zwei zusätzliche bezahlte freie Tage vor Abschlussprüfungen.

Weitere Informationen siehe Tarifkurzinfo und Flugblatt:

 

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