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Bundesweit demonstrieren tausende Metallerinnen und Metaller für ihre Zukunft

  • 01.03.2021
  • News, Metall & Elektro, Volkswagen

Mit bundesweitem Aktionstag unterstreicht die IG Metall ihre Tarifforderungen +++ Ab 17 Uhr Abschluss des Aktionstags mit gemeinsamer Livesendung

Mit einem bundesweiten Aktionstag erhöht die IG Metall den Druck in den laufenden Tarifbewegungen in der Metall- und Elektroindustrie, bei Volkswagen und der Eisen- und Stahlindustrie. Metallerinnen und Metaller in den zwölf Geschäftsstellen der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt treffen sich am Montag auf Straßen, Plätzen und vor den Werkstoren, um gemeinsam, entschlossen für ihre Forderungen zu demonstrieren: Einkommen stärken, Beschäftigung sichern und Zukunft gestalten.

 

Ab 17 Uhr geht die IG Metall bundesweit mit einem zweistündigen Liveprogramm auf Sendung. Kolleginnen und Kollegen berichten mit aktuellen Bildern des Tages von ihren Aktionen. Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, wird den aktuellen Stand der Verhandlungen einordnen und darlegen, wie die IG Metall mit den Angriffen der Arbeitgeber auf tarifliche Errungenschaften umgeht. Außerdem gibt es Expertengespräche, Interviews mit Praktikerinnen vor Ort sowie Livemusik von Silbermond, Dota Kehr und den Donots. Die Livesendung ist öffentlich und kann hier verfolgt werden: www.igmetall.de/live [Pressevertreter*innen sind ebenfalls herzlich dazu eingeladen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.]

 

Anlass des Aktionstags ist das Ende der Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie, welche am Montag um 24 Uhr eintritt. Da die Verhandlungen zeitgleich zu denen von Volkswagen stattfinden, erklären sich die Belegschaften in der jetzt anstehenden Aktionsphase solidarisch. Das bedeutet: Ab Dienstag, 2. März, sind Warnstreiks zeitgleich für mehrere Tarifbewegungen zulässig.

 

Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt: „Mit dem Aktionstag unterstreichen Metallerinnen und Metaller ihre Forderungen im öffentlichen Raum. Wir brauchen jetzt stärkere Einkommen, sichere Arbeitsplätze und klare Zukunftsperspektiven. Wir sind sicher: Dies sind die richtigen Rezepte, um gut durch die Krise zu kommen. Dafür kämpfen wir an diesem Aktionstag und darüber hinaus mit Warnstreiks in den kommenden Wochen. Wir werden uns die Boykotthaltung der Arbeitgeber nicht gefallen lassen und werden jetzt mit Härte vorgehen müssen.“

 

Im Einzelnen zu den Forderungen:

 

Metallerinnen und Metaller in der Metall- und Elektroindustrie fordern ein Zukunftspaket: Die IG Metall fordert für die mehr als 3,8 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in dieser Tarifbewegung ein Zukunftspaket. Dieses beinhaltet ein Volumen von vier Prozent, das je nach Situation der Betriebe zur Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen oder für Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden kann. Außerdem sollen mit Zukunftstarifverträgen passgenaue betriebliche Lösungen gefunden werden, die Zusagen für Investitionen, Standorte, Beschäftigung und Qualifizierung enthalten.

 

Metallerinnen und Metaller bei Volkswagen fordern mehr Geld und Zeit zum Leben: Die IG Metall fordert für die 120.000 Beschäftigten an den sechs westdeutschen Volkswagen-Standorten und bei den Tochtergesellschaften eine Entgelterhöhung von 4 Prozent rückwirkend zum 1. Januar 2021, Verbesserungen bei der 2019 neu eingeführten tariflichen Freistellungszeit sowie die Festschreibung von 1.400 VW-Ausbildungsplätzen pro Jahr für die kommenden zehn Jahre.

 

Metallerinnen und Metaller in der Stahlindustrie fordern mehr Geld und Beschäftigungssicherung: Die Tarifkommission der nordwestdeutschen Stahlindustrie hat ihre Forderung für die Tarifrunde aufgestellt. Die Aktiven aus den Betrieben fordern vier Prozent mehr Geld; dieses Volumen soll auch zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden können. Aus den Betrieben heißt es: „Wir stehen zu dieser Forderung.“ Die erste Verhandlung findet am kommenden Montag statt.