Bosch Hildesheim und Schwieberdingen

Bosch will Geschäftsbereich Starter und Generatoren ausgliedern. IG Metall und Betriebsrat kritisieren Vorhaben als ersten Schritt zum Verkauf

  • 09.06.2015
  • mm/dud
  • News, Betrieb

Hildesheim/Hannover/Frankfurt - Die Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH hat am heutigen Dienstag (09.06.) bekannt gegeben, dass sie den Geschäftsbereich Starter und Generatoren in eine eigenständige Gesellschaft ausgliedern will. Von der Ausgliederung sind rund 900 Bosch-Beschäftigte am Standort Hildesheim und 500 Beschäftigte am Standort Schwieberdingen bei Stuttgart direkt betroffen. IG Metall und Betriebsrat sehen die Pläne des Unternehmens ausgesprochen kritisch.

Hartmut Meine, IG Metall Bezirksleiter in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, befürchtet, dass dies nur ein erster Schritt ist: "Offensichtlich ist die Ausgliederung nur eine Vorstufe für einen möglichen späteren Verkauf oder die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit einem weiteren Gesellschafter. Die Beschäftigten bei Bosch in Hildesheim wollen aber bei Bosch arbeiten und nicht verkauft werden."

Der Bosch-Konzernbetriebsratsvorsitzende Alfred Löckle fordert überzeugende Antworten der Geschäftsführung auf die berechtigten Fragen der Beschäftigten: "Für die Ausgliederung gibt es bisher keine nachvollziehbare Begründung. Die Ankündigung führt aber zu einer großen Verunsicherung der Beschäftigten am Standort. Dabei muss der Geschäftsführung klar sein, dass Bosch sich nicht aus der Verantwortung für die Arbeitsplätze an beiden Standorten stehlen kann."

Jörg Hofmann, Zweiter Vorsitzender der IG Metall und Mitglied im Bosch-Aufsichtsrat, wirft dem Unternehmen vor: "Es entspricht nicht der nachhaltigen Unternehmenskultur von Bosch, mit Standorten und Beschäftigten Kasino zu spielen. Bosch steht in der Verantwortung für eine Entwicklungsperspektive für Hildesheim. Führungsqualität beweist sich darin, eine solche zu entwickeln, anstatt sich dieser Aufgabe mit Ausgründung und Verkauf zu Lasten der Belegschaft und ihrer Familien zu entledigen."

Betriebsratsvorsitzender Stefan Störmer kritisierte das Verhalten der Robert Bosch GmbH scharf: "Noch Ende März haben wir mit der Geschäftsführung eine Standortsicherungsvereinbarung abgeschlossen, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließt. Aufgrund der zuletzt erfolgreich verlaufenden Sanierung des Geschäftsbereiches wurden Entgeltzugeständnisse der Beschäftigten teilweise sogar zurückgenommen. Niemand hat uns gegenüber die geplante Ausgliederung erwähnt. Darüber wollte man uns anscheinend im Unklaren lassen."

Uwe Mebs, IG Metall-Bevollmächtigter in der Region Alfeld-Hameln-Hildesheim, kritisierte das Verhalten von Bosch ebenfalls deutlich: "Offensichtlich wollte die Geschäftsführung täuschen und tricksen. Unlängst hatte das Unternehmen noch die bedeutende Stellung des Standortes hervorgehoben, jetzt soll er plötzlich verscherbelt werden. So geht man nicht mit einer Belegschaft und den Arbeitnehmervertretern um." Mebs betonte, dass die IG Metall bereits ausgesprochen schlechte Erfahrungen am Standort Hildesheim bei der Ausgliederung der Produktionsbereiche von Blaupunkt gemacht hat. Insgesamt wurden rund 1.000 Arbeitsplätze abgebaut. "Vor diesem Hintergrund sind wir ausgesprochen wachsam bei Ausgründungen."

Hintergrund

Am Standort von Bosch in Hildesheim arbeiten insgesamt rund 1.350 Beschäftigte. 900 Beschäftigte produzieren Starter, Motoren und Generatoren. In Schwieberdingen bei Stuttgart arbeiten rund 6000 Entwickler, davon rund 500 für den Bereich Starter und Generatoren. Sollten die Bereiche ausgegliedert werden, verbleiben bei der Robert Bosch GmbH in Hildesheim rund 450 Beschäftigte der technischen Entwicklung und der Lenkmotorenproduktion.

 

(Presseinformation 63/2015)

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