Tarifpolitische Branchenkonferenz der IG Metall

Arbeitgeber sind gefordert: Fachkräfte gewinnen, demografischen Wandel gestalten, Weiterbildung fördern

  • 20.09.2011
  • kw/igm
  • News, Presseinfos, Tarif, Holz & Kunststoff, Textil, Handwerk

Hannover – Die IG Metall hatte am heutigen Dienstag zu einer Tarifpolitischen Branchenkonferenz eingeladen. Experten der IG Metall und Arbeitgeber des Handwerks, der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie sowie der Textilbranche diskutierten über die anstehenden Herausforderungen. Alle drei Branchen stehen in den nächsten Jahren vor enormen Aufgaben: Sie müssen für junge Menschen attraktiver werden, den demografischen Wandel in den Betrieben gestalten und zusätzliche Qualifizierungsangebote schaffen. Nur wenn die Branchen auf allen drei Handlungsfeldern aktiv werden, könne sie im Wettbewerb mit Anderen bestehen.

Walter Luger (Fotolia)

„Den Herausforderungen lässt sich am besten mit guten Tarifverträgen begegnen,“ sagte Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. „Tarifverträge sind für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein Gütesiegel, das darüber entscheidet, ob eine Ausbildung im Handwerk, in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie oder in der Textilbranche aufgenommen wird. Vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels achten Beschäftigte zudem sehr genau darauf, ob sie auf Grundlage eines Tarifvertrages gesund in Rente gehen können und nicht in der Altersarmut landen.“

 

Ein gutes Beispiel innovativer Tarifpolitik im Handwerk ist der mit den Arbeitgebern des Metall verarbeitenden Handwerks abgeschlossene Tarifvertrag für Studierende im Praxisverbund. Darüber hinaus ist es nach Auffassung der IG Metall aber dringend notwendig benachteiligten Jugendlichen eine Chance zu geben und sie besonders zu fördern.

 

Neben IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine und Helga Schwitzer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, diskutierten IG Metall-Branchenexperte WilfriedHartmann, Karl-Heinz Bley, Präsident der Unternehmensverbände Handwerk Niedersachsen, Hans-Joachim Blömeke vom Gesamtverband Textil und Modeindustrie sowie Jürgen Lehmann vom Landesverband der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie Niedersachsen die Herausforderungen in der Branche. Über 100 Metallerinnen und Metaller nahmen an der Konferenz teil. Helga Schwitzer sprach sich in der Diskussion dafür aus, dass die Arbeitgeber mehr dafür tun, ihre Attraktivität zu erhöhen. Außer mit guter Bezahlung und guten Arbeitsbedingungen sei dies auch mit Maßnahmen zu erreichen, die die Gesundheit fördern oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. „Das zählt heute mehr denn je“, sagte die IG Metallerin.

 

In den drei Branchen arbeiten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mehr als 150.000 Menschen, allein im Kfz-Handwerk sind es rund 50.000 Beschäftigte und im Metall verarbeitenden Handwerk rund 36.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 

Im Herbst diesen Jahres beginnen die Tarifverhandlungen für die 20.000 Beschäftigten der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Niedersachsen. In den Verhandlungen will die IG Metall einen Tarifvertrag erzielen, der den Beschäftigten einen gesunden Übergang in die Rente ermöglicht. Die Tarifrunde für die Beschäftigten im Kfz-Handwerk beginnt im Frühjahr 2012 parallel zur Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie.

 

(Presseinformation Nr. 47 / 2011)

 

 

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