1. Tarifverhandlung für die Beschäftigten der Metallindustrie in Niedersachsen: IG Metall lehnt Moratoriumsvorschlag strikt ab

  • 08.10.2008
  • mm/dud
  • News, Presseinfos, Metall & Elektro

Hannover – Die Tarifverhandlungen für die 75.000 Beschäftigten in der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie haben am heutigen Mittwoch in Hannover einen überraschenden Verlauf genommen: Die IG Metall lehnt den Arbeitgebervorschlag strikt ab, die Tarifrunde auszusetzen und ein Moratorium zu bilden.

Die Arbeitgeber forderte Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, auf, ein verhandlungsfähiges Angebot zu machen. "Wir haben mit der Forderung von 8 Prozent erklärt was wir wollen, jetzt liegt der Ball im Spielfeld der Arbeitgeber. Sie müssen in der nächsten Tarifrunde, am 23. Oktober, ein Angebot auf den Tisch legen", so Hartmut Meine. "Wir brauchen eine dauerhaft wirkende prozentuale Erhöhung. Wir lassen uns nicht mit Einmalzahlungen abspeisen", so Hartmut Meine weiter. "Die Begründung der Arbeitgeber ist nicht schlüssig, die wirtschaftliche Entwicklung ist sehr wohl planbar."

 

Zum Auftakt der Tarifrunde begründete die IG Metall ihre geforderte Entgeltsteigerung von 8 Prozent. Die Unternehmer haben den wirtschaftlichen Aufschwung zu einer massiven Umverteilung zu ihren Gunsten genutzt. Der Anteil der Löhne und Gehälter am Volkseinkommen hat mit rund 64 Prozent einen historischen Tiefstand erreicht und die Gewinnquote mit über 35 Prozent einen Höchststand. Hartmut Meine stellte in der Verhandlung klar: "Wir streiten für eine angemessene Beteiligung der Beschäftigten an den enormen Gewinnen. Die Beschäftigten wollen mehr, mehr Geld und mehr Gerechtigkeit." Vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise gehe es zudem um die Stärkung der realen Wirtschaft und die Schaffung von Nachfragepotentialen. "Die Marktwirtschaft muss wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden", so Hartmut Meine.

 

Die 2. Tarifverhandlung findet am 23. Oktober in Hannover statt.

 

(Presseinformation 63/2008)