Tarifpolitische Konferenz

Metaller starten selbstbewusst in die Tarifrunden 2020

  • 28.11.2019
  • News, Bildergalerie, Metall & Elektro

Hannover – Planmäßig und mit viel Elan startet die IG Metall in die kommende Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie sowie bei Volkswagen. 200 Metallerinnen und Metaller aus Betrieben in ganz Niedersachsen und Sachsen-Anhalt diskutieren auf der Tarifpolitischen Konferenz in Hannover Vorstellungen und Forderungen für die anstehende Tarifrunde.

Thorsten Gröger. Fotografin: Jelca Kollatsch

Tarifpolitische Konferenz. Fotografin: Jelca Kollatsch

Jörg Hofmann. Fotografin: Jelca Kollatsch

Archivfoto. Fotograf: Heiko Stumpe

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, verlangt von den Unternehmen, dass sie Verantwortung übernehmen in der Transformation. „Wir fordern, dass der ökologische und digitale Wandel fair verläuft. Die Beschäftigten brauchen Sicherheit und klare Perspektiven. Dazu haben die Arbeitgeber einen entscheidenden Beitrag zu leisten. Auf die Leimspur einer Lohnzurückhaltung lassen wir uns nicht locken.“ Die Konjunktur werde derzeit von der starken Binnennachfrage am Laufen gehalten. „Der Konsum der privaten Haushalte stützt wesentlich Wachstum und Beschäftigung, Lohnzurückhaltung würde diese Impulse abwürgen.“  Die Forderung für die nächste Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie wird zu Jahresbeginn beschlossen.

 

Thorsten Gröger, Bezirksleiter von Niedersachsen- und Sachsen-Anhalt, stellt klar: „Eine gerechte Entgeltpolitik beteiligt die Beschäftigten zu aller erst an der gesamtwirtschaftlichen Wohlstandsentwicklung. Das ist uns in den letzten Jahren gut gelungen, wir konnten die Realeinkommen vieler Beschäftigter in der Fläche deutlich verbessern und knüpfen daran an. Neben der Diskussion über die aktuelle Entgeltforderung werden wir darüber hinaus die Debatte weiterführen, wie wir die Arbeitgeber mittelfristig stärker in die Pflicht bei der betrieblichen Altersvorsorge nehmen.“

 

Die IG Metall plädiert grundsätzlich für einen Neuaufbau der solidarischen Alterssicherung in Deutschland, will sich aber zukünftig auch auf der tariflichen Ebene für eine bessere Altersvorsorge einsetzen. Gröger, verdeutlicht diese Forderung für künftige Entwicklungen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt: „Eine betriebliche Altersversorgung kann die gesetzliche Rente lediglich ergänzen und ist kein Ersatz für eine Umkehr in der gesetzlichen Rentenpolitik. Ihre Stärke liegt in einer Arbeitgeberfinanzierung. Klar herausgestellt werden muss: Die betriebliche Altersversorgung darf kein Privileg für Belegschaften in Großunternehmen bleiben, sondern muss allen Beschäftigtengruppen flächendeckend zugänglich gemacht werden. Deshalb brauchen wir tarifliche Regelungen.“

 

„Auch bei Volkswagen, wo wir bereits in 2018 gute tarifliche Regelungen für die betriebliche Altersvorsorge getroffen haben, geht es in dieser Tarifrunde darum, die Beschäftigten noch stärker am Unternehmenserfolg zu beteiligen“, erklärt Gröger weiter: „Volkswagen steht wirtschaftlich sehr gut da. Der Konzern steigerte kräftig Umsatz und Gewinn, was in erster Linie dem Einsatz und Fleiß der Kolleginnen und Kollegen zu verdanken ist. Der entscheidende Erfolgsfaktor für ein Unternehmen ist und bleibt immer noch die Mannschaft, die zurecht ihren Anteil durch eine Erhöhung der Entgelte einfordert.“

 

Die IG Metall setzt auf aktive Beteiligung: „Jede Tarifrunde ist eine Chance, Beschäftigte an der Gestaltung ihrer Arbeits- und Entgeltbedingungen zu beteiligen. Jede Auseinandersetzung um die Herstellung von belastbaren Themen für die Zukunft, jede Tarifbewegung in der Fläche ist gelebte Wirtschaftsdemokratie“, so heißt es von Vertrauensleuten und Betriebsräten auf der Tarifpolitischen Konferenz.

 

Bis zum 16. Januar 2020 werden jetzt in allen Betrieben und IG Metall-Geschäftsstellen mögliche Forderungen debattiert. Daraufhin werden zeitgleich in allen Tarifkommissionen die Diskussionen zusammengetragen und dem Vorstand jeweils als Empfehlung für den Forderungsrahmen übermittelt.

 

(Presseinformation Nr. 36/2019)