Tischlerhandwerk - Entgelte steigen in zwei Stufen um 11,1 und 4,4 Prozent

IG Metall und Landesinnungen schließen neuen Tarifvertrag für das ostdeutsche Tischlerhandwerk ab

  • 08.01.2018
  • Tarif, Handwerk, Tischlerhandwerk

Die IG Metall und die Tarifgemeinschaft für das ostdeutsche Tischlerhandwerk haben mit Beginn des Jahres einen neuen Tarifvertrag in den Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in Kraft gesetzt. Demnach steigen die Eckeinkommen für Facharbeiter ab dem 1. Januar 2018 um 11,1 Prozent von 1958 Euro auf 2175 Euro und ab dem 1. Januar 2019 um 4,4 Prozent auf 2262 Euro. Von den neuen Tarifen profitieren bis zu 32.000 Beschäftigte, wenn sie in einem Innungsbetrieb arbeiten. Die Vergütungen der Auszubildenden steigen im gleichen Verhältnis.

Foto: panthermedia/Arne Trautmann

Beide Seiten betonten die konstruktiven Verhandlungen kurz vor Weihnachten in Potsdam. Es bestand der beiderseitige Wille, den Anschluss an die üblichen Tarifeinkommen herzustellen und für die Fachkräfte und den Nachwuchs attraktiv und konkurrenzfähig zu bleiben.

 

Zum Tarifergebnis sagte Bodo Grzonka, Tarifsekretär und Verhandlungsführer der IG Metall: "Der Tischlerberuf ist mit diesen Einkommen wieder attraktiv und zukunftsfähig. Wir freuen uns, zusammen mit den Arbeitgebern für ganz Ostdeutschland ein faires Tarifentgelt ausgehandelt zu haben. Gemeinsam setzen wir ein Zeichen, dass im Handwerk Niedriglöhne keine Zukunft mehr haben."
Arbeitgeber und IG Metall erwarten, dass mit dem neuen Tarifvertrag die Attraktivität des Tischlerhandwerks für junge Menschen zunimmt. So erhalten die Auszubildenden künftig bis zu 116 Euro mehr Vergütung im Monat.

 

Hans Höfler, Vorsitzender der Tarifgemeinschaft Neue Bundesländer und Verhandlungsführer, sagte: "Wir wollen mit diesem Ergebnis den deutlich gestiegenen Anforderungen an den Beruf des Tischlers/Schreiners gerecht werden und ganz bewusst einen großen Schritt in Richtung Angleichung der Tariflöhne zwischen dem Tarifgebiet Ostdeutschland und den westdeutschen Tarifgebieten gehen. Wir freuen uns, dass unser Verhandlungspartner dies mit Zugeständnissen im Bereich des Manteltarifvertrages ermöglicht hat. Da in den letzten Jahren nur geringe Produktivitätsfortschritte im Tischlerhandwerk zu verzeichnen waren, werden die neuen Ecklöhne allerdings auch zu notwendigen Erhöhungen bei den Stundenverrechnungsätzen und Preisen für Tischlerleistungen führen."

 

In Ostdeutschland arbeiten rund 32.000 Beschäftigte in über 6.000 Betrieben im Tischlerhandwerk, davon ca. 4.500 Beschäftigte in Berlin. Das Tischlerhandwerk zählt bundesweit mit über 200.000 Beschäftigten zum viertwichtigsten Handwerksbereich und erwirtschaftet ca. 22 Mrd. Euro. Der Anteil der Beschäftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung ist mit 68 Prozent deutlich höher als in der Gesamtwirtschaft (60 Prozent).

 

Weitere Informationen siehe Flyer: