Tarifrunde Kfz-Handwerk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

IG Metall fordert 5,5 Prozent mehr Geld und einen Qualifizierungstarifvertrag

  • 27.03.2015
  • kw/igm
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Hannover – Die IG Metall-Tarifkommissionen für das Kfz-Handwerk in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben die Forderungen für die anstehende Kfz-Tarifrunde beschlossen. Die IG Metall fordert für rund 56.000 Beschäftigte des Kfz-Handwerks 5,5 Prozent mehr Geld für 12 Monate. Zudem will die IG Metall einen Qualifizierungstarifvertrag in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt durchsetzen, um dem massiven Fachkräftemangel in der Branche entgegen zu wirken.

IG Metall-Verhandlungsführer Wilfried Hartmann begründete die Entgeltforderung mit der robusten wirtschaftlichen Situation der Kfz-Betriebe. „Der Branche geht es gut. Das Handwerk hat nach wie vor goldenen Boden. Davon wollen auch die Beschäftigten profitieren.“ Vor dem Hintergrund des akuten Fachkräftemangels in der Kfz-Branche betonte Hartmann, dass die Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessern müssten und endlich eine systematische Nachwuchsförderung anzugehen haben. „Ohne eine gezielte Qualifizierung der Beschäftigten wird das Kfz-Handwerk den Wettbewerb um Fachkräfte im Rahmen des technologischen Wandels gegenüber der Industrie verlieren. Es muss endlich tariflich gegengesteuert werden.“

 

Die IG Metall in Niedersachsen verhandelt mit zwei Arbeitgeberverbänden: Einerseits mit dem Unternehmensverband des Kraftfahrzeuggewerbes und andererseits mit der Innung des Kfz-Handwerks Niedersachsen-Mitte und Osnabrück. Der Unternehmensverband verhandelt für rund 2.700 Betriebe, die Innung des Kfz-Gewerbes für rund 800 Betriebe. Die erste Tarifverhandlung für die 40.000 Beschäftigten der Kfz-Branche in Niedersachsen findet am 20. April mit beiden Verbänden in Hannover statt. In Sachsen-Anhalt beginnen die Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft Mitteldeutschland für das Kfz-Gewerbe für rund 16.000 Beschäftigte in 1.400 Betrieben am 5. Mai in Berlin

 

Der Tarifvertrag für die Kfz-Branche endet am 30. April 2015, damit endet auch die Friedenspflicht.

Der IG Metall-Vorstand wird am 13./14. April die Forderung für das Kfz-Handwerk beschließen.

 

(Presseinformation Nr. 54/2015)