Tarifrunde Volkswagen

Tarifkommission diskutiert Forderungen: Korridor von 5,5 bis 6 Prozent mehr Geld • 1.400 Ausbildungsplätze • ‚Zukunftsplan Gute Arbeit‘

  • 07.11.2014
  • News, Presseinfos, Volkswagen, Tarif

Hannover – Die IG Metall-Tarifkommission für die rund 115.000 Beschäftigten der Volkswagen AG und der VW Financial Services haben am heutigen Freitag die Forderung für die 2015 anstehende Tarifrunde beraten. Das Meinungsbild aus den sechs Werken der Volkswagen AG war eindeutig: Es wird eine Entgeltforderung in einem Korridor von 5,5 bis 6 Prozent mehr Geld angestrebt und die Erhöhung der Zahl der Ausbildungsplätze auf 1.400. Darüber hinaus sollen Gespräche über einen ‚Zukunftsplan Gute Arbeit‘ mit der Unternehmensseite aufgenommen werden.

Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, begründete die diskutierte Entgeltforderung mit den guten Entwicklungsprognosen. „Was für die Fläche gilt, gilt auch für Volkswagen: Die gesamtwirtschaftlichen Wachstumsprognosen sind mit 1,2 Prozent positiv. Deshalb ziehen wir in der Fläche und bei Volkswagen selbstverständlich an einem Strang und fordern die gleiche Entgelterhöhung.“

 

Die von der IG Metall angestrebte Erhöhung der Anzahl der Ausbildungsplätze auf 1.400, biete nicht nur weiteren Jugendlichen eine Chance auf einen hochwertigen Ausbildungsplatz, so Meine, es sei auch im Interesse des Unternehmens, um für die Zukunftsaufgaben gerüstet zu sein.

 

Mit dem ‚Zukunftsplan Gute Arbeit‘ will die IG Metall im Rahmen der Tarifrunde in Gespräche einsteigen, die das gesamte Feld des demografischen Wandels betreffen. So geht es um Verbesserungen im Bereich des Gesundheitsschutzes. Vor allem um die Gestaltung alternsgerechter Arbeitsplätze und den Ausbau der betrieblichen Altersversorgung. Es geht um die Frage, wie Arbeit und Privatleben besser miteinander vereinbart werden können, wenn beispielsweise Angehörige gepflegt werden müssen oder Kinder zu betreuen sind. Um auf den Wandel in der Arbeitswelt besser reagieren zu können, beispielsweise im Rahmen der E-Mobilität, will die IG Metall zudem über innovative Ausbildungs- und Qualifizierungsstrategien mit Volkswagen beraten.         

Im Gegensatz zu der Tarifrunde für die Fläche der Metall- und Elektroindustrie ist die Fortführung der Altersteilzeit bei Volkswagen in der anstehenden Tarifrunde kein Thema, da der Tarifvertrag erst Ende 2016 ausläuft. Ähnliches gilt für die in der Fläche geforderte Bildungsteilzeit: Auf der Werksebene gibt es bei Volkswagen eine Vielzahl von Qualifizierungsmaßnahmen, die systematisch mit dem Betriebsrat beraten und abgestimmt werden.

 

Hinweis an die Redaktionen:

Neben der 113-köpfigen IG Metall-Tarifkommission für die Beschäftigten von Volkswagen, beraten im Laufe des Tages (7.11.) die Tarifkommissionen für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt und in der Region Osnabrück-Emsland. Die Tarifkommission für die Beschäftigten in Niedersachsen hatte bereits am Morgen getagt.

Am 11. November wird der IG Metall-Vorstand die Meinungsbilder aus den verschiedenen Tarifgebieten beraten und eine Empfehlung abgeben.

Über die Entgeltforderung wird am 25. November in den Tarifkommissionen der Metall- und Elektroindustrie abschließend entschieden. Der IG Metall-Vorstand beschließt die Forderung am 27. November 2014.

 

(Pressinformation Nr. 25 / 2014)