Tarifrunden für die Metall- und Elektroindustrie 2015

Meine erwartet harte und konfliktreiche Tarifverhandlungen

  • 08.01.2015
  • News, Presseinfos, Volkswagen, Tarif

Hannover – Hartmut Meine, IG Metall-Verhandlungsführer und Bezirksleiter in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, geht von harten und konfliktreichen Tarifverhandlungen aus. „Die Arbeitgeber in der Fläche haben sich bereits vor den eigentlichen Tarifverhandlungen in eine Nein-Sager-Ecke begeben.“ So werde die wirtschaftliche Entwicklung schlecht geredet und eine Entgelterhöhung von 5,5 Prozent als maßlos diffamiert. Bezüglich der Altersteilzeit wollen die Arbeitgeber zukünftig nach Gutsherrenart entscheiden, ob Beschäftigte Altersteilzeit in Anspruch nehmen können. Hinsichtlich der von der IG Metall geforderten Bildungsteilzeit, so Meine weiter, sei die Haltung der Arbeitgeber völlig unverständlich. Einerseits werde der Fachkräftemangel beklagt, andererseits eine durch Zeit und Geld geförderte Weiterbildung von Beschäftigten abgelehnt.

Hartmut Meine, Bezirksleiter Niedersachsen und Sachsen-Anhalt (Foto: Nils-Hendrik Müller)

„Um die Arbeitgeber aus ihrer Nein-Sager-Ecke wieder rauszuholen, bedarf es des Drucks der Belegschaften in den Betrieben. Wir werden hart streiten müssen, um das Tarifpaket durchsetzen zu können. Das gilt für die Fläche und das gilt auch für Volkswagen.“ betonte Meine zum Jahresauftakt in Hannover.

 

Die IG Metall-Tarifkommissionen haben im November letzten Jahres die Tarifforderungen für die 2015 anstehenden Tarifrunden in der Metall- und Elektroindustrie beschlossen: In der Fläche fordert die IG Metall 5,5 Prozent mehr Geld, einen Tarifvertrag zur Altersteilzeit und Bildungsteilzeit. Für die Volkswagen-Beschäftigten und die Beschäftigten der Financial Services fordert die IG Metall ebenfalls eine tarifliche Entgeltsteigerung von 5,5 Prozent. Zudem soll die Schaffung von jährlich 1.400 Ausbildungsplätzen tariflich abgesichert werden und Gespräche über einen ‚Zukunftsplan Gute Arbeit‘ aufgenommen werden.

Rund 237.250 Beschäftigte profitieren von den anstehenden Tarifrunden im IG Metall-Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. In der Fläche der Metall- und Elektroindustrie verhandelt die IG Metall für knapp 100.000 Beschäftigte. Bei der Volkswagen AG und der Financial Services sind von der anstehenden Tarifrunde rund 115.000 Beschäftigte betroffen. Hinzu kommen die Beschäftigten bei den Volkswagen-Töchtern, wie beispielsweise die der Sitech Sitztechnik, der Autostadt, Autovision oder Wolfsburg AG. Darüber hinaus stehen Tarifverhandlungen für die rund 4.500 IAV-Beschäftigten und die der Feinstblechpackungsindustrie an.

 

Die Entgelttarifverträge der Metall- und Elektroindustrie sind zum Ende des vergangenen Jahres ausgelaufen. Die Friedenspflicht endet am 28. Januar 2015. Die Entgelttarifverträge für die Beschäftigten der Volkswagen AG, der Financial Services und der Volkswagen-Töchter enden zum 28. Februar 2015.

 

Die erste Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroindustrie Niedersachsen findet am 19. Januar statt. Für die Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt starten die Verhandlungen am 20. Januar. Die Tarifverhandlungen mit Volkswagen beginnen am 4. Februar in Hannover.

 

(Presseinformation Nr. 2/2015)