Stahlaktionstag Salzgitter

Über 4.000 Beschäftigte beteiligen sich am Auftakt der Stahlaktionstage in Salzgitter

  • 07.04.2016
  • News, Bildergalerie, Betrieb, Presseinfos, Metall & Elektro

Hannover/Salzgitter – Der Auftakt der bundesweiten Stahlaktionstage fand am heutigen Donnerstag in Salzgitter statt. Über 4.000 Fachkräfte der Salzgitter AG setzten ein Zeichen für sichere Arbeitsplätze in der Stahlindustrie. Sie forderten faire internationale Wettbewerbsbedingungen für die Stahlbranche in Europa.

Dafür ist es notwendig, dass die Billigimporte aus China wirksam bekämpft werden und geplante Maßnahmen zur Verteuerung von CO-Zertifikaten sowie der Eigenstromproduktion verhindert werden.

 

Hartmut Meine, IG Metall Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, betonte, dass die Energiewende ohne Stahl nicht gelingen könne. „Wir stehen ein für 10.000 Beschäftigte in der niedersächsischen Stahlindustrie. Die IG Metall steht für den ökologischen Umbau der Industriegesellschaft. Dafür wird Stahl benötigt. Ohne Stahl keine Stromtrassen, ohne Stahl keine Windräder. Wenn die inländische Stahlproduktion durch Kosten für den Emissionshandel übermäßig belastet wird, droht die Abwanderung von Arbeitsplätzen und es schadet der Umwelt. In kaum einem anderen Land wird sauberer Stahl produziert,“ so Hartmut Meine auf dem Werksgelände der Salzgitter AG. 

 

Stephan Weil, Niedersächsischer Ministerpräsident, sagte, es sei gut, dass sich Beschäftigte und Management Schulter an Schulter an dem Protestmarsch beteiligten, denn in der jetzigen Situation müsse man gemeinsam handeln. Die Landesregierung habe kein Interesse daran, dass den 10.000 Beschäftigten der niedersächsischen Stahlindustrie ein ähnliches Schicksal wie denen in Großbritannien drohe. „Wir haben auch kein Interesse daran, dass Unternehmen aus Niedersachsen in Länder außerhalb Europas abwandern, weil die Energiekosten zu hoch sind. Wir wollen unsere starke Stahlindustrie in Niedersachsen erhalten“ sagte Weil. 

 

Hasan Cakir, Konzernbetriebsratsvorsitzender der Salzgitter AG, hob die Bedeutung der heimischen Stahlproduktion für die industrielle Wertschöpfungskette in Deutschland und in Europa hervor. Sollten die drohenden finanziellen Mehrbelastungen der

Stahlerzeuger nicht abgewendet werden, würden weitere Branchen in Mitleidenschaft

gezogen. „Die europäische Industriegesellschaft und deren Wertschöpfungskette ist ohne Stahl nicht vorstellbar. Ein wesentlicher Grund unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und Innovationskraft liegt in der engen Zusammenarbeit zwischen Stahlerzeugern und Stahlverarbeitern. Diese ist akut gefährdet, wenn die Stahlindustrie nicht jetzt gerettet wird.“

 

Deshalb forderte Matthias Wilhelm, Bevollmächtigter der IG Metall Salzgitter-Peine, die politischen Entscheidungsträger auf, für den Erhalt der Stahlindustrie in Deutschland und Europa gesetzliche und europarechtliche Voraussetzungen zu schaffen. Hierbei zählt er auf die Unterstützung der Landesregierungen mit Stahlstandorten, insbesondere auch auf die Unterstützung aus der niedersächsischen Landesregierung.

 

(Presseinformation Nr. 33/2016)

 

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