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2. Juli: Bosch-Beschäftigte ziehen vor die Konzernzentrale

  • 24.06.2015
  • News, Presseinfos, Betrieb, Metall & Elektro

Stuttgart/Hannover – Rund 2.000 Bosch-Beschäftigte werden am 2. Juli 2015 vor dem Bosch-Hauptsitz in Gerlingen erwartet - davon mehr als 1.000 aus den in Deutschland hauptbetroffenen Standorten Hildesheim und Schwieberdingen. Anlass der Protestkundgebung ist die kürzlich veröffentlichte Erklärung der Geschäftsführung, einen Partner oder Käufer für den Geschäftsbereich Starter Motors and Generators (SG) zu suchen. Neben den SG-Beschäftigten werden Delegationen aus allen deutschen Bosch-Standorten erwartet. Auch Mitarbeiter der beiden Mercedes-Benz-Werke Sindelfingen und Untertürkheim haben ihre Teilnahme angekündigt.

Demo der Kollegen von Bosch Hildesheim (Foto: Mike Wasner, IG Metall)

Der Geschäftsbereich SG ist traditionelles Herz und Keimzelle der Kraftfahrzeugsparte im Bosch-Konzern. Hier werden Starter und Generatoren für Personenwagen und Nutzfahrzeuge entwickelt und produziert. Mitarbeiter und Führungskräfte der betroffenen Standorte reagierten bestürzt auf die Ankündigung. An allen Standorten fanden Betriebsversammlungen statt. Bisher konnte die Konzernspitze die Mitarbeiter nicht von ihren Plänen überzeugen. In den internen Bosch-Medien äußert sich weltweit eine große Zahl der Beschäftigten kritisch zur Entscheidung der Geschäftsführung und erklärt sich solidarisch mit den SG-Mitarbeitern.

Von einem möglichen Verkauf sind weltweit ca. 6.500 Mitarbeiter an 13 Standorten betroffen. In Deutschland arbeiten am SG-Standort Hildesheim ca. 900 Mitarbeiter und im Entwicklungszentrum Schwieberdingen bei Stuttgart ca. 500 Mitarbeiter. Zu den europäischen Standorten gehören Miskolc in Ungarn und Treto in Spanien. Weitere Standorte liegen in China, Indien, Südafrika, Brasilien, USA und Mexiko.

„Das Europa Committee fordert ergebnisoffene Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern aller betroffenen Standorte“, so Alfred Löckle, Konzern- und Gesamtbetriebsratsvorsitzender und Vorsitzender des Europa Committees bei Bosch. „Die Beschäftigten müssen an den Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Ihre Rechte im Zusammenhang mit Unternehmensumwandlungen müssen bis zum Schluss der Verhandlungen gewahrt bleiben. Langfristige Perspektiven für die Standorte, der Erhalt der Beschäftigungsbedingungen und der Arbeitsplätze haben höchste Priorität.“

Auch an den internationalen Standorten finden zeitgleich vielfältige Aktionen statt, um gegen die Entscheidung der Geschäftsführung zu protestieren und die Forderungen des Europa Committees zu unterstützen. 

Der zweite Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann: „In einer von Bosch proklamierten offenen Unternehmenskultur müssen Beschäftigte in grundlegenden Fragen beteiligt werden. Einsame Entscheidungen der Firmenspitze sind im Zeitalter des Bürgerdialogs und von Social Media nicht mehr zeitgemäß.“ 

Hartmut Meine, IG Metall Bezirksleiter in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, forderte Bosch auf, die Ausgliederung des SG-Geschäftsbereiches zu überdenken. „In Hildesheim wurde erst im März eine Standortvereinbarung abgeschlossen. Die Geschäftsführung hat kein Wort über die Ausgliederungsabsichten verloren. Die Beschäftigten fühlen sich zu Recht hintergangen. Eine Entscheidung über die Köpfe der Bosch-Beschäftigten hinweg werden wir nicht akzeptieren. Die Beschäftigten wollen weiterhin bei Bosch arbeiten und nicht verkauft werden.“ 

Hinweise zur Kundgebung:

Ort: Robert Bosch GmbH, Robert-Bosch-Platz 1, 70839 Gerlingen-Schillerhöhe.

Die Kundgebungsteilnehmer werden am 2. Juli 2015, ab 12.00 Uhr, auf der Schillerhöhe eintreffen. Der Beginn der Kundgebung ist für 12.30 Uhr geplant.

Redner sind unter anderem Betriebsräte aus den betroffenen Standorten, der Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende Alfred Löckle, der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann und Hartmut Meine, IG Metall Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

 

(Presseinformation Nr. 66/2015)