Warnstreik

Belegschaft von Glunz in Nettgau setzt deutliches Signal: 200 Beschäftigte beteiligen sich an Warnstreik

  • 16.03.2016
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Hannover/Wolfsburg/Nettgau – Die Belegschaft der Firma Glunz im Werk Nettgau hat genug: Rund 200 Beschäftigte haben sich am Mittwoch an einem mehrstündigen Warnstreik vor den Toren des Werks beteiligt. Nachdem das Unternehmen Anfang Februar aus dem Tarifbereich des Arbeitgeberverbandes der Holzverarbeitenden Industrie Sachsen-Anhalt ausgetreten war, waren die Verhandlungen um mehr Entgelt und bessere Arbeitsbedingungen massiv ins Stocken geraten. Um Bewegung in die Verhandlung zu bringen, legten die Kolleginnen und Kollegen von 12.30 Uhr bis 15.00 Uhr die Arbeit nieder.

Ein Video der Mediengruppe der IG Metall Wolfsburg

Hartmut Meine, Bezirksleiter der IG Metall in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, betonte, dass Unternehmen, die die Tarifbindung aufkündigen, sich auf harte Konsequenzen einstellen können. „Die Beschäftigten akzeptieren keine Tarifflucht. Zudem gefährdet jedes Unternehmen ohne Tarifvertrag seine Wettbewerbsfähigkeit. Fachkräfte sind nur mit guten Tarifbedingungen zu gewinnen und im Unternehmen zu halten. Das gilt vor allem an der Grenze zum Bundesland Niedersachsen“. 

„Managementfehler haben zu einer Schieflage bei der Glunz AG geführt, die jetzt auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden soll. Das werden wir auf keinen Fall akzeptieren,“ sagte IG Metall-Verhandlungsführer Wilfried Hartmann vor dem Werkstor von Glunz in Nettgau. „Tarifflucht wird teuer – das muss jeder Arbeitgeber wissen! Wir haben genug von Billiglöhnen und zu langen Arbeitszeiten“, so Lothar Ewald, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Wolfsburg.  

Die IG Metall fordert:

• Übernahme und Fortschreibung der derzeit gültigen Tarifverträge für die Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie in Sachsen-Anhalt.

• Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5 Prozent und Erhöhung der Ausbildungsvergütung, mindestens um den Geldwert wie in Niedersachsen.

• Abschluss eines Tarifvertrages zur Altersteilzeit.

• Vereinbarung zur schrittweisen Anpassung an das Niveau der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Niedersachsen.

 „Die seit Februar laufenden Verhandlungen haben zu keinerlei Annäherung geführt. Die Arbeitgeber beharren stur auf ihre Kürzungsvorschläge“, sagte Dieter Pfeiffer, Gewerkschaftssekretär der IG Metall. „Nach Ende der Friedenspflicht müssen wir jetzt mit Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen“, sagte Pfeiffer. Er weist daraufhin, dass die Warnstreiks, Demonstrationen und Kundgebungen, zu denen die IG Metall während der Arbeitszeit aufruft, rechtmäßig sind.  

In Nettgau arbeiten bei der Glunz AG mehr als 300 Mitarbeiter. Es werden hauptsächlich OSB- und Spanplatten produziert sowie für den Handel und die Möbelindustrie veredelt. 

 

(Presseinformation Nr. 28/2016)