Zukunft für Alstom Salzgitter

Über 5.000 Beschäftigte demonstrieren gegen Kahlschlagpolitik von Alstom

  • 25.05.2011
  • News, Presseinfos

Salzgitter – Nachdem die wochenlangen Gespräche mit der Geschäftsführung des Schienenfahrzeugbauers Alstom keine Annäherung gebracht haben, demonstrierten heute erneut über 5.000 Beschäftigte gegen die Kahlschlagpolitik des französischen Unternehmens. Unterstützt wurden sie dabei von Beschäftigten anderer Alstom-Werke, der gesamten MAN-Belegschaft in Salzgitter, Beschäftigten der Salzgitter AG, der SMAG, Beschäftigten von Bosch und Volkswagen sowie von Voith, Stoll, Funkwerk, Meyer und Magna. Unterstützung gab es auch von Delegationen aus der Verwaltung und der Braunschweigischen Landessparkasse. Darüber hinaus wurden die Proteste durch den Niedersächsischen Ministerpräsidenten McAllister, SPD-Parteivorsitzenden Gabriel und den Oberbürgermeister Klingebiel unterstützt.

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Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, forderte die Geschäftsführung auf, endlich ein zukunftweisendes Konzept für den Alstom-Standort in Salzgitter vorzulegen. "Während der Markt brummt, will der Alstom-Konzernchef Kron Kapazitäten in Salzgitter stilllegen. Ich fordere ihn auf, seiner Rolle endlich gerecht zu werden und Aufträge nach Salzgitter zu holen."

 

Konzern-Betriebsratsvorsitzender Udo Belz kritisierte, dass Alstom zur Zeit konzernweit auf Personalabbau und Verlagerung setzt. "Die Konzernstrategie scheint daraus zu bestehen, dass es keine gibt. Es besteht keine Vision, in welche Richtung sich der Konzern entwickeln kann und welche neuen Produkte für welche Märkte entwickelt werden sollen. Alles scheint auf den Moment ausgerichtet ohne jegliche intelligente Zukunftsplanung. So kann ein Konzern nicht vernünftig geleitet werden."

Bernd Eberle, Betriebsratsvorsitzender im Alstom-Werk Salzgitter zeigte sich überwältigt von der Solidarität der Kolleginnen und Kollegen aus der Region und den anderen Konzernstandorten. "Die Konzernspitze und die örtliche Geschäftsführung schaffen es, eine ganze Region gegen sich aufzubringen. Diese Energie sollten sie besser dazu verwenden, gemeinsam mit uns eine tragfähige Lösung zu erarbeiten. Solange die Konzernleitung nicht bereit ist, intelligente Konzepte zu verhandeln, wird auch der Protest weitergehen müssen."

 

(Presseinformation Nr. 32/2011)

 

Die Solidaritätserklärung der Branchenkonferenz Bahnindustrie der IG Metall findehn Sie unten unter "Dateien" zum Download.

 

 

In Gesprächen mit dem Alstom-Management hatten IG Metall und Betriebsrat in den letzten Monaten konstruktive Vorschläge zur Standort- und Beschäftigungssicherung gemacht und der Geschäftsführung ein sechs Punkte umfassendes Zukunftskonzept vorgelegt dies umfasst:

  1. Keine Kündigungen im Kontext eines boomenden Marktes.
  2. Keine Schließung des Stahlrohbaus.
  3. Management muss Kostenoptimierung und Qualitätsoffensive auf den Weg bringen.
  4. Nachhaltige Absicherung des Standortes durch Zuteilung von Aufträgen.
  5. Zukunfts- und Beschäftigungssicherungstarifvertrag bis 2016.
  6. Solidarität mit Alstom Power und anderen europäischen Alstom-Standorten.