BETRIEBSRAT BEIM NUTZFAHRZEUGE-VERMIETER PEMA

„Tue Gutes und rede darüber“

  • 04.12.2013
  • Handwerk, Kfz-Handwerk

Immer mehr Beschäftigte bei PEMA – einem Nutzfahrzeuge-Vermieter mit Sitz in Herzberg am Harz – organisieren sich. Bernd Schröder von der Unternehmensberatung Q&A in Oberhausen unterstützt als Beauftragter der IG Metall die Betriebsräte seit Mai 2013 dabei, ihre Akzeptanz bei den Beschäftigten und gegenüber der Geschäftsleitung zu erhöhen. Der Betriebsrat nutzt das Beratungsangebot „Pro-aktive Betriebspolitik“ der „Offensive Handwerk“.

Was ist inzwischen passiert?

Bernd Schröder: Zunächst haben wir eine Bestandsaufnahme darüber gemacht, wie der sehr engagierte Betriebsrat arbeitet und wie er dies gegenüber den Beschäftigten darstellt.

 

Was war zunächst der wichtigste Tipp für den Beriebsrat?

Schröder: Ich habe ihm eine alte Binsenweisheit ans Herz gelegt: „Tue Gutes und rede darüber“. Der Betriebsrat sollte seine Arbeit transparenter machen und nicht weiter als „Geheimrat“ wirken. Das motivierte ihn, zu Abteilungsversammlungen einzuladen, die in seinem Büro stattfanden. Viele Kollegen erfuhren zum ersten Mal, wo das Betriebsratsbüro ist. Das war gegenüber den Beschäftigten ein erstes Signal, sich stärker zu öffnen.

 

Änderte sich auch etwas beim Auftritt des Betriebsrats gegenüber dem Arbeitgeber?

Schröder: Ja, ziemlich schnell. Und auch das dient der Belegschaft. Der Wirtschaftsausschuss wurde aus seinem Dornröschenschlaf erweckt. Mit personal- und betriebswirtschaftlichen Zahlen umzugehen, war für den Betriebsrat nicht selbstverständlich. Zunächst haben wir darüber aufgeklärt, welche Rolle der Wirtschaftsausschuss im Betriebsverfassungsgesetz spielt und wie er von der Arbeitnehmerseite genutzt werden kann. Daraus ergab sich dann erstmals ein differenzierter Fragenkatalog, der der Geschäftsleitung vorgelegt worden ist.

 

Plant die „Offensive Handwerk“ für die Betriebsräte weitere betriebsnahe Qua - lifizierungen, damit sie die Interessen der Beschäftigten besser vertreten können?

Schröder: Wir werden uns den Paragrafen 92a des Betriebsverfassungsgesetzes vornehmen und prüfen, was der Betriebsrat vorschlagen kann, um Prozesse in der Firma zu verbessern. Damit wollen wir proaktiv verhindern, dass man den Kollegen immer in die Tasche greift, um produktiver zu werden.

 

Und was macht die Mitgliederwerbung?

Schröder: Die ist für den Betriebsrat ein ganz zentrales Thema. Alle sind sich bewusst, wie wichtig viele Mitglieder im Betrieb sind, um endlich nach Tarif bezahlt zu werden. Der Organisationsgrad ist während der Sommerpause 2013 verdoppelt worden.

 

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