IG Metall-Betriebsräte der Solarindustrie tagen in Halle

Tarifverträge für die Branche notwendig

  • 18.10.2011
  • News, Presseinfos

Halle – Das diesjährige Treffen der IG Metall-Betriebsräte der Solarindustrie thematisiert die mangelnde Tarifbindung der Solarindustrie. Der bereits vor vier Jahren von der IG Metall initiierte Branchenarbeitskreis für die Solarindustrie trifft sich ab Mittwoch (19.10.) in Halle. Betriebsräte und Branchenexperten debattieren drei Tage über die Wettbewerbssituation, die Herausforderungen nach der Energiewende und die prekären Arbeitsbedingungen in der Solarindustrie.

Foto: panthermedia

Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, forderte im Vorfeld der Tagung die Arbeitgeber zum Umdenken auf: „Die enormen Herausforderungen der Branche nach der Energiewende lassen sich nicht mit Niedriglöhnen und Leiharbeit bewältigen. Betriebe, die im internationalen Wettbewerb bestehen wollen, müssen innovative Produkte entwickeln und auf den Markt bringen. Es bedarf einer Qualitäts- und Innovationsoffensive, die nur gelingen kann, wenn gut ausgebildete Fachkräfte im Betrieb gewonnen und gehalten werden können. Entscheidend dafür sind Mitbestimmungsrechte und gute Tariflöhne in der Solarbranche.“

 

Die Betriebe der Solarbranche in Sachsen-Anhalt forderte Meine auf, dem Beispiel von Bosch Solar in Thüringen zu folgen. Das Unternehmen hatte bereits im Mai diesen Jahres mit der IG Metall einen an der Metall- und Elektroindustrie angelehnten Tarifvertrag für die rund 1.400 Beschäftigten abgeschlossen. Auch die Landesregierung müsse mehr tun, sagte Meine, und bei der Vergabe von Fördermitteln stärker auf qualitative Kriterien achten, wie sie in der von Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und Landesregierung im Oktober 2010 unterzeichneten ‚Erklärung zur Stärkung der Tarifpartnerschaft’ vereinbart wurden.

 

Die Solarindustrie ist neben der Windkraftindustrie eine der bedeutendsten Branchen in Ostdeutschland. Allein in der Solarbranche sind bundesweit mehr als 18.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt.

 

(Presseinformation Nr. 51 / 2011)