Daimler AG

Protest gegen Daimlers Arbeitsplatzabbauprogramm „Own Retail“

  • 21.05.2014
  • Betrieb

Hannover - In der Daimler-Niederlassung Hannover fand heute (21.05.) eine außerordentliche Betriebsversammlung statt, um die Belegschaft über das Konzept „Own Retail - Neuausrichtung der Niederlassungen“ des Daimler-Vorstands zu informieren. Danach stehen 36 Teilbetriebe von Niederlassungen und GmbH-Betrieben zum Verkauf. In diesen Teilbetrieben und GmbHs arbeiten über 1500 Beschäftigte. Der Verkauf von ganzen Niederlassungen ist bis Ende 2015 durch die Vereinbarung „Zukunftssicherung Niederlassungen“ aus dem Jahr 2008 ausgeschlossen – Teilbetriebe können allerdings schon heute verkauft werden.

Protest der Daimler-Belegschaft, Foto: IG Metall

In einem ersten Schritt sollen die Niederlassungen in regionale Verbünde zusammengefasst werden, um so Stellen im administrativen Bereich einzusparen. Die Niederlassungen Hannover, Kassel, Braunschweig sollen fusioniert werden. Insgesamt sollen durch die Verbünde weitere rund 340 Arbeitsplätze im administrativen Bereich abgebaut werden. Weitere drastische Maßnahmen zur Verschlankung des Vertriebsnetzes wurden bereits angekündigt.

 

Belegschaft und Betriebsräte zeigten sich auf der außerordentlichen Betriebsversammlung schockiert und enttäuscht, aber auch wütend über die Pläne des Vorstands. In der Niederlassung Hannover kam es zu einer spontanen Protestaktion im Rahmen einer Betriebsversammlung.

Die Betriebsräte der Niederlassungen und die IG Metall kündigten auf der Versammlung weitere lokale und zentrale Aktionen und Kundgebungen unter dem Motto „Unsere Niederlassungen, Unsere Arbeit, Unsere Zukunft“ an.

 

Torsten Essig, Betriebsratsvorsitzender in der Niederlassung Hannover: „Zerschlagung ist keine Zukunftsstrategie. Unsere Belegschaft und die Betriebsräte werden das so nicht akzeptieren. Wir verlangen Veränderungen im Konzept bei denen es nicht nur um Margen, sondern auch um die Menschen geht. Die Unternehmensleitung muss sich mit uns an den Verhandlungstisch setzen und mit uns die Strategie neu diskutieren. Wir brauchen eine langfristige und positive Zukunftsperspektive für die Niederlassungen und ihre Beschäftigten in der Daimler AG!“

 

Christian Fischer, zuständiger Sekretär der IG Metall Hannover: „Die Pläne des Daimler-Vorstands sind ohne jeden Blick auf die Interessen der Beschäftigten entworfen worden. Hier geht es allein um die schnelle Verbesserung der Rendite und nicht um ein tragfähiges, zukunftsfähiges Konzept. Wir werden die Belegschaft der Niederlassung Hannover mit all unserer Kraft darin unterstützen, gegen dieses Vorhaben Widerstand zu leisten.“