Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt

Meine: „Wer Fachkräfte in den Betrieben halten will, muss gute Tarifbedingungen bieten“

  • 14.03.2016
  • News, Presseinfos, Tarif, Metall & Elektro

Magdeburg – Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt haben am heutigen Montag begonnen. Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld für 12 Monate. Betroffen sind rund 10.000 Beschäftigte in den tarifgebundenen Unternehmen.

Eine Entgelterhöhung sei angesichts des Fachkräftemangels auch im Interesse der Unternehmen, betonte Hartmut Meine, Bezirksleiter und IG Metall-Verhandlungsführer in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. „Wer Beschäftigte in den Betrieben halten will, muss 5 Prozent mehr Geld zahlen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kann man dauerhaft nur an das Unternehmen binden, wenn gute Tarifbedingungen geboten werden. Alles andere gefährdet die Entwicklung des gesamten Landes. Sachsen-Anhalt droht dann zum Altenheim der Republik zu werden.“

 

Die IG Metall begründete die Forderung nach 5 Prozent mehr Geld mit der robusten wirtschaftlichen Situation der Branche. Alle führenden Wirtschaftsforschungsinstitute gehen von einem Wachstum um die 1,8 Prozent aus. Außerdem muss der Abwanderung dringend etwas entgegengesetzt werden. Jeder siebte Sachsen-Anhaltiner arbeitet heute außerhalb des Bundeslandes. Vor allem junge und gut ausgebildete Leute haben das Land verlassen oder die Absicht dies zu tun, da in anderen Regionen bessere Arbeitsbedingungen locken.

 

Meine forderte die Arbeitgeber auf, zügig in ernsthafte Verhandlungen einzutreten und in der zweiten Tarifverhandlung ein Angebot vorzulegen. Die zweite Verhandlung für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt findet am 15. April in Magdeburg statt.

 

Am 31. März 2016 laufen die Entgelttarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie aus. In der Nacht zum 29. April endet die Friedenspflicht, ab dann sind Warnstreiks möglich.

 

(Presseinformation Nr. 26/2016)