IG Metall-Bezirkskonferenz 2012

Meine: „Gute Arbeit und faire Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Berufsleben sind zwei Seiten einer Medaille“ Urban: „Demografischer Interessenausgleich dringend notwendig“

  • 16.06.2012
  • News, Presseinfos

Sprockhövel – Die diesjährige IG Metall-Bezirkskonferenz stand unter dem Motto: „Gute Arbeit – gut in Rente.“ Vor rund 200 Betriebsräten und IG Metall-Vertrauensleuten im neuen Bildungszentrum der IG Metall in Sprockhövel (NRW) betonte Hartmut Meine, Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, „Gute Arbeit und faire Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Berufsleben sind zwei Seiten einer Medaille.“

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Nach den Tarifrunden der letzten Monate werde sich die IG Metall im zweiten Halbjahr 2012 vor allem um faire Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Berufsleben kümmern müssen. Die Politik habe mit der Rente ab 67 ein kolossales Problem in den Betrieben verursacht. „Es tickt eine sozialpolitische Zeitbombe: Beschäftigte, die aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Berufsleben aussteigen müssen, droht die Altersarmut. Die Arbeitgeber, die maßgeblich für eine Anhebung des Renteneinstiegsalters ab 67 Jahre eingetreten sind, haben bisher keinerlei Maßnahmen zur Bewältigung des demografischen Wandels in den Betrieben ergriffen,“ so Hartmut Meine.

Hans-Jürgen Urban, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, betonte dass ein Schichtarbeiter in der Metall- und Elektroindustrie, ein Monteur von Windkraftanlagen oder ein Stahlarbeiter nun mal nicht bis zum 67. Lebensjahr arbeiten könne. Deshalb habe die IG Metall die Initiative ergriffen. „Die Arbeitgeber sind aufgefordert, mit den betrieblichen Interessenvertretungen einen ‚demografischen Interessenausgleich’ zu vereinbaren, damit die Beschäftigten gesund in Rente gehen können. Die IG Metall,“ so Urban weiter, „wird in den Betrieben Druck für konkrete Verbesserungen machen und zugleich gegen die Rente mit 67 und für ein flexibles Rentenrecht mobilisieren. Die Menschen brauchen gute Arbeit, damit sie es gesund bis zur Rente schaffen. Sie brauchen Wahlmöglichkeiten beim Altersübergang und Renten, von denen man leben kann.“

 

(Presseinformation Nr. 63 / 2012)