Aktionskonferenz „Gute Arbeit – gut in Rente“

Meine: „Flexible Rentenübergänge statt Einheitsrente mit 67“/ Buntenbach: „Beitragssenkung wird zur Rentenkürzung“

  • 17.10.2012
  • News, Presseinfos

Hannover – Im Rahmen der Kampagne „Gute Arbeit – gut in Rente“ wird die IG Metall bis zur Bundestagswahl 2013 die deutliche Verschlechterung der Rentengesetzgebung der vergangenen Jahre thematisieren. „Alle Abgeordneten der im Bundestag vertretenen Parteien werden auf den Prüfstand gestellt. Im Rahmen der Aktionswoche Anfang November diesen Jahres werden in den Betrieben in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt Flugblattaktionen stattfinden. Die Arbeitgeber müssen vor ihren Belegschaften Position beziehen,“ betonte Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Die IG Metall steht für ein Rentenkonzept, das den Lebensstandard der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sichert. Die Parteien und die Arbeitgeber müssen endlich umdenken. „Die Rente mit 67 ist eine der größten Fehlentscheidungen der Berliner Politiker. Kaum ein Beschäftigter ist aufgrund der harten Arbeitsbedingungen in der Lage, bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten. Es bedarf flexibler Rentenübergänge statt der Einheitsrente mit 67. Gute Erfahrungen bestehen mit der Altersteilzeit. Diese muss ausgebaut werden und wieder von der Agentur für Arbeit finanziell gefördert werden,“ forderte Meine auf der heutigen Aktionskonferenz „Gute Arbeit – gut in Rente“ vor rund 300 Betriebsräten und Vertrauensleuten in Hannover.

 

Eine Absenkung des Rentenniveaus bis 2030 auf 43 Prozent eines Durchschnittseinkommens ist zu verhindern. Dies ist auch innerhalb der Beitragsziele der Bundesregierung finanzierbar, betonte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach im Rahmen der Aktionskonferenz. Das alternative Finanzierungskonzept der Gewerkschaften stellt die Finanzierung der Rentenversicherung auf eine solide Basis. Es sieht eine kontinuierliche Beitragssatzerhöhung von 0,2 Prozent bis 2030 auf dann 22 Prozent vor. Die Belastungen sind ausgesprochen gering und langfristig planbar. „Es ist fatal, wenn die Bundesregierung den Beitragssatz senkt, weil die Reserven dann in wenigen Jahren verbraucht sind, so dass das Rentenniveau für die junge Generation trotz heftiger Beitragserhöhungen in den Keller geht. Wir fordern auch die Landesregierung in Niedersachsen auf, die harte Linie aufzugeben und zumindest Kompromisse zu ermöglichen, um den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen Absturz im Alter zu ersparen,“ so Buntenbach.

 

Im Vorfeld der niedersächsischen Landtagswahl und der Bundestagswahl wird die IG Metall Abgeordnete auf die klar ersichtlichen Auswirkungen einer fehlgeleiteten Rentenpolitik aufmerksam machen. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen aufgrund der Arbeitsbedingungen auch in Zukunft vorzeitig in Rente gehen und haben dann mit deutlichen Rentenabschlägen zu rechnen. Kaum ein Beschäftigter wird bis zum 67ten Lebensjahr arbeiten können. „Alle Abgeordneten werden klar sagen müssen, warum sie für eine Rentenkürzung eintreten, von der sie nicht betroffen sein werden. Die Arbeitgeber werden sagen müssen, wie die Beschäftigten trotz der belastenden Arbeitsbedingungen ohne gesundheitliche Schäden in die Rentenphase gehen können. Politiker und Arbeitgeber müssen zu den Alternativen der IG Metall Stellung beziehen,“ kündigte Meine an.