Gewerkschafter im Visier des niedersächsischen Verfassungsschutzes

Meine bezeichnet Überwachung von Gewerkschaftern als Skandal

  • 12.06.2015
  • News

Hartmut Meine, IG Metall Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, bezeichnete die Überwachung von Gewerkschaftern als Skandal. "Anscheinend wurden während der CDU-FDP-Regierung auch Vertreter demokratischer Organisationen, wie Gewerkschaften, beobachtet. Einen Gewerkschafter zu kriminalisieren, der sich gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit engagiert, ist ein Skandal erster Güte."

Lennard Aldag

Der niedersächsische Verfassungsschutz hat offensichtlich den Lüneburger Gewerkschafter und Sekretär der IG Metall Celle-Lüneburg, Lennard Aldag, über mehrere Jahre hinweg beobachtet und in seinen Dateien geführt. Dies geht aus einem Schreiben des niedersächsischen Innenministeriums vom 1. Juni 2015 an Aldag hervor. Hintergrund des Schreibens ist ein Auskunftsersuchen, das der Gewerkschaftssekretär bereits am 15. September 2014 an den niedersächsischen Verfassungsschutz gestellt hatte. Die Überwachung betrifft mindestens den Zeitraum von Juli 2011 bis September 2013.

Lennard Aldag war in besagtem Zeitraum Regionsgeschäftsführer der DGB Region Nord-Ost-Niedersachsen (bis Juli 2012) und danach Gewerkschaftssekretär der IG Metall Celle-Lüneburg und hat sich in dieser Zeit in den Bündnissen 'Gegen Rechts' und im Widerstand gegen die Castor Transporte engagiert.