Niedersächsische IG Metall erzielt Pilotabschluss für die Leiharbeitsbranche

Leiharbeiter der Wolfsburg AG und Autovision erhalten 3,2 Prozent mehr Geld

  • 09.07.2009
  • News, Presseinfos

Hannover – Die niedersächsische IG Metall hat für die Leiharbeitsbranche einen Pilotabschluss erzielt. Rund 4.000 Leiharbeiter der Wolfsburg AG und des zehntgrößten Verleihers im Bundesgebiet, der Autovision, erhalten mehr Geld. Die Entgelte für die im Drittmarktgeschäft tätigen Leiharbeitsbeschäftigten steigen in zwei Stufen um insgesamt 3,2 Prozent. Die erste Tariferhöhung von 1,6 Prozent wird zum 1. Juli 2009 wirksam, die zweite Tariferhöhung von weiteren 1,6 Prozent zum 1. Februar 2010.

Thilo Reusch

Alle Leiharbeitsbeschäftigten, die am 30. April 2009 in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis standen, erhalten eine Einmalzahlung von 150 Euro. Die Laufzeit des Tarifvertrages endet am 30. September 2010.

 

Thilo Reusch, IG Metall-Verhandlungsführer, zeigte sich mit dem erzielten Kompromiss zufrieden. "Es war längst überfällig, für die Leiharbeiter ein Zeichen zu setzen. Sie sind diejenigen mit dem niedrigsten Entgelt und diejenigen, die von der Krise am stärksten betroffen sind", so Thilo Reusch.

Vor dem Hintergrund der festgefahrenen Tarifverhandlungen mit dem Branchenver-band Zeitarbeit und Personaldienstleistungen (BZA) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (igZ) bewertete Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, das Tarifergebnis als Erfolg. "Der Tarifabschluss zeigt, dass in der Branche ein Mindestlohn von 7,51 Euro durchsetzbar ist. Wir erwarten, dass auch BZA und igZ eine konstruktive Haltung in den Verhandlungen ein-nehmen und eine Kompromisslösung anstreben. Grundlage kann der niedersächsische Abschluss sein", so Hartmut Meine.

 

 

Presseinformation 33/2009