KME

KME will in Osnabrück 350 Arbeitsplätze abbauen; IG Metall: „Belegschaft will nicht für Managementfehler zahlen!“

  • 20.11.2014
  • News, Presseinfos, Metall & Elektro

Osnabrück – Die IG Metall erhebt schwere Vorwürfe gegen das Management des Osnabrücker Kupferherstellers KME. Kurz vor Weihnachten verkündet das Unternehmen den Abbau von 350 Arbeitsplätzen und die komplette Verlagerung der Kupferrohrproduktion in das Werk Menden im Sauerland.

Die KME-Beschäftigten in Osnabrück zogen im Rahmen der heutigen Betriebsversammlung (20.11.) aus Protest gegen den geplanten Arbeitsplatzabbau zu einer Demonstration vor das Werkstor. Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, erklärte: „Die geplanten Entlassungen sind eindeutig auf Managementfehler zurückzuführen. Insbesondere das Management der italienischen Mehrheitseigner Intek S.p.A. hat Entwicklungen auf dem Kupfermarkt komplett verschlafen. Die Osnabrücker Belegschaft soll das jetzt ausbaden und wird darüber kurz vor den Weihnachtsfeiertagen rücksichtslos informiert.“

Peter Spiekermann, Bevollmächtigter der IG Metall in Osnabrück, kritisierte das Verhalten des Unternehmens ebenfalls aufs Schärfste. „Anstatt monatelang mit einem Abbau von Arbeitsplätzen zu drohen, sollte das KME-Management endlich seine Aufgaben erfüllen. Wir werden es nicht hinnehmen, dass eine ganze Belegschaft zum Spielball von Fehlentscheidungen wird, die hochbezahlte Manager zu verantworten haben. Über 85 Prozent der Beschäftigten sind IG Metall-Mitglieder. Das gibt uns in der aktuellen Auseinandersetzung mächtigen Rückenwind.“

 

Meine und Spiekermann, beide Aufsichtsratsmitglieder der KME, betonten gemeinsam, dass in den letzten Jahren im Aufsichtsrat immer wieder Vorschläge von der Arbeitnehmerseite zu Innovationen und neuen Produkten gemacht worden seien. Das Management habe diese aber nicht aufgegriffen und verfalle jetzt in einen vollkommen unausgegorenen Aktionismus. Deshalb seien die Proteste der Belegschaft gegen den Kahlschlag am Standort Osnabrück mehr als berechtigt.

 

„Wir erwarten, dass das Management endlich seine Aufgaben wahrnimmt und Innovationen und Produkte auf den Weg bringt, die die Arbeitsplätze in Osnabrück sichern. Wir werden darum ringen, dass die Belegschaft nicht für die Managementfehler zu zahlen hat!“, so Meine und Spiekermann.

 

Hintergrund:

KME zählt zu den größten Herstellern von Kupferprodukten. Am Standort in Osnabrück arbeiten rund 2000 Menschen, bundesweit rund 2700. Vorstandsvorsitzender ist Ulrich Becker, Aufsichtsratsvorsitzender Roelf-Evert Reins. KME gehört zur italienischen Intek S.p.A., dessen Präsident Vincenzo Manes ist.

 

(Presseinformation Nr. 28/2014)

 

Home / Aktuelles

Pinnwand


  • Brei­te ge­sell­schaft­li­che "Al­li­anz für Weltof­fen­heit" ge­grün­det