Massive Proteste von KME-Beschäftigten gegen Arbeitsplatzabbau

KME-Aufsichtsratssitzung kann erst verspätet beginnen

  • 20.11.2013
  • News, Presseinfos, Betrieb

Osnabrück – Der von KME angekündigte Abbau von bis zu 350 Arbeitsplätzen, hat im Vorfeld der heutigen Aufsichtsratssitzung zu massiven Protesten der Beschäftigten geführt. Rund 650 Beschäftigte forderten vor dem Werkstor sichere Arbeitsplätze beim Kupferprodukte herstellenden Unternehmen KME. Aufgrund der Proteste, stand für mehr als eine Stunde die gesamte Produktion still. Die Beschäftigten blockierten zeitweise den Zugang der KME-Manager zur Aufsichtsratssitzung, die erst verspätet beginnen konnte.

Eine italienische Übersetzung dieser Presseinformationen sowie die "metallnachrichten" vom 26.11. finden Sie unten unter "Dateien".

 

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Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter und Mitglied im KME-Aufsichtsrat, nannte im Rahmen der Aktion gegen den Arbeitsplatzabbau Ross und Reiter: "Nach Jahren des Verzichts, sollen ausschließlich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für Managementfehler bezahlen. Der angekündigte Abbau von bis zu 350 Arbeitsplätzen trifft eine ganze Region. Dafür trägt Vincenzo Manes, Präsident des Finanzinvestors Intek, die Verantwortung. Während sich Vincenzo Manes im behaglichen Florenz als Wohltäter gibt, schickt er in Osnabrück andere vor, die einen brutalen Arbeitsplatzabbau durchsetzen sollen. Hier in Osnabrück soll eine Rendite für Aktionäre durch den Rausschmiss von Beschäftigten erkauft werden. Das werden die Metallerinnen und Metaller nicht hinnehmen."

 

Peter Spiekermann, Erster IG Metall-Bevollmächtigter in Osnabrück, betonte die Stärke der Belegschaft bei KME. "Über 85 Prozent der Beschäftigten sind IG Metall-Mitglieder. Das gibt uns in der aktuellen Auseinandersetzung mächtigen Rückenwind. Das sollte Herr Manes zur Kenntnis nehmen."

André Lücke, Betriebsratsvorsitzender bei KME in Osnabrück, brachte seine Wut über den geplanten Arbeitsplatzabbau deutlich zum Ausdruck: "Meine Kolleginnen und Kollegen stellen im Drei-Schichtbetrieb hochwertige Produkte her und haben für die Standort-sicherung auf Geld verzichtet. Dem gegenüber hat das Management keinen Beitrag ge-leistet und erdreistet sich jetzt, kurz vor Weihnachten, Massenentlassungen zu verkün-den. Das wird es mit uns nicht geben. Wir werden für jeden Arbeitsplatz bei KME in Osnabrück kämpfen."

 

Hintergrund:


KME gehört zu den größten niedersächsischen Unternehmen. Das Werk in Osnabrück hat über 2.000 Beschäftigte. Der Umsatz in Deutschland beträgt rund 1,4 Mrd. Euro. Produziert werden Kupfer-Produkte (Kupfer-Halbzeuge), wie beispielsweise Kupferrohre für die Installation, Kupferbleche für den baunahen Bereich und die Offshore-Industrie sowie Kupfer-Kokillen für die Stahlbranche.

 

Die Muttergesellschaft KME AG hat Tochtergesellschaften in Italien und Frankreich. Die Tochtergesellschaft KME Bet. GmbH hat in Deutschland Werke in Berlin (Produktion von Messingrohren), in Menden (Produktion von Industrie- und Sanitärrohren) und Stolberg (Walzmaterial für die Industrie). Insgesamt arbeiten bei KME in Deutschland ca. 3.000 Menschen, davon rund 2.000 in Osnabrück.

Alleiniger Aktionär der KME AG ist der italienische Finanzinvestor Intek Group mit Sitz in Florenz. Präsident der Intek Group ist Vincenzo Manes. Vorstandsvorsitzender der KME AG ist Riccardo Garré. Geschäftsführer der KME Bet. GmbH in Osnabrück sind Egon Mackowiak, Heinz Klenen und Hans-Joachim Scheja.

 

(Presseinformation Nr. 67/2013 vom 20. November 2013)

 

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